Hilfe für Anfänger

    • Hilfe für Anfänger

      Hallo Leute,

      nachdem Ihr mir bei meinen letzten Problemen sehr gut helfen konntet, wollte ich mich erstmal bei euch allen bedanken.

      Im Laufe der Woche habe ich meinen Güttlersack neu abgedichtet und sämtliche Wicklungen erneuert. Jetzt hält er den Druck und ist im Prinzip spielbereit. Deshalb bin ich bei schönem Wetter rausgegangen und hab erste Schritte fernab der Zivilisation versucht. Das heißt, erstmal Töne aus Bassbordun und Spielflöte kriegen und den Druck halten. Zwischenzeitlich bin ich auch die Tonleiter auf und ab gegangen, um zu sehen, ob es Probleme gibt. Ich habe auch versucht, das Bassbordun auf die Spielflöte abzustimmen, doch das gelang mir nicht so richtig. Jetzt kam mir der Gedanke, dass ich den Sack evtl erst mal warmspielen muss, soll ja auch bei anderen Instrumenten vorkommen.
      Ich wollte euch nun fragen, worauf ich als Anfänger mit einem richtigen MAsack achten muss. Was muss ich machen, beachten und vermeiden. Da ich meinen Sack von einem Güttler habe und er leider unter uns weilt, hatte ich nicht die Möglichkeit, mit ihm über solche Dinge zu reden. Darum wollte ich euren Rat einholen. Grundlegende Fragen und Antworten würden mir, denke ich, sehr weiterhelfen, da ich auch keinen passenden Thread hier gefunden habe.

      1. Wie bewahre ich den Sack außerhalb der Spielzeiten auf?
      2. Wie genau stimme ich die Bordune?
      3. Ich las irgendwo, man könne die Bordune auf G/A bzw. D/E umstellen, wie geht das?
      4. Ich habe an meiner Spielpfeife am Trichter Löcher, wofür sind die?
      Da denke ich, dass die zum Umstimmen sind, falls ich mich irre, korrigiert mich bitte.
      5. Wie pflege ich den Sack?
      6. Im Güttlerthread wurden Drachenendkappen erwähnt für das Anblasrohr. Wo krieg ich das, denn bei mir im Baumarkt gabs das nicht?
      7. Beim Spielen des C schnarrt der Ton, liegt das vielleicht an zu wenig Druck?

      Das waren erstmal alle Fragen, die mir um diese Uhrzeit einfallen. Falls Ihr mir die Fragen beantworten könnt und vielleicht sogar noch mehr sagen könnt, was ich so gar nicht wusste, teilt es mir bitte mit. Ich will nicht unbedingt, dass es an dem Sack scheitert, nur weil ich es nicht hinkriege, gescheite Töne da rauszuholen.Ich danke euch im Voraus schonmal für alle Antworten und Ratschläge.

      Liebe Grüße

      Thomas
    • So arbeiten wir die Fragen eine nach der andren mal ab:

      1. Aufbewahrung nach dem spielen wie folgt: Anblasrohr aus dem Stock vorsichtig herausdrehen, bei Bedarf auch noch die Spielpfeife (Vorsicht, wenn kein Wechselstocksystem drin ist, sollte man das nur mit allergrößter Vorsicht tun da das Rohrblatt extrem leicht beschädigt werden kann) den Balg dann mit den öffnungen der stocks nach unten zum auslüften aufhängen.

      2. Die Bordune haben in der Regel ein bis zwei Stimmzüge. Bei Baßbordunen empfielt es sich, den unteren der meist zwei Stimmzüge ganz runterzudrehen und den oberen so weit wie möglich rauszudrehen (erlaubt nen stabileren Bordunton) und die Feinstimmung bei einem Aschwein darüber zu machen dass man das E hält und den Bordun solange über diesen Stimmzug verlängert oder verkürzt bis du keine Schwebung zwischen beiden tönen mehr hörst. Wenn du zwei bzw. 3 Bordune hast, musst du anschließend noch den Tenorbordun das ist der kleinere von beiden beziehungsweise den Schreihals bei dreien ist das der kleinste auf den Bassbordun stimmen (selbe technik nur dieses mal achtest du darauf dass zwischen den Bordunen an sich keine schwebung herrschen darf).

      3. wenn du einen Umstimmstöpsel an den Bordunen hast, das is eine Art Holzstöpsel, welcher an der Seite der Bordunen steckt, kannst du den Bassbordun mittels öffnen des Stöpsels auf das A (Sechsfingerton) beziehungsweise wie zuvor erwähnt auf das E deiner Spielpfeife stimmen. Dementsprechend müssen die Stöpsel bei den kleineren Bordunen auch raus und diese wieder auf den Bassbordun gestimmt werden. Dadurch kannst du dann A-moll, bei Spielpfeifen mit einer Cis-lösung auch in A-Dur spielen. Wenn die Stöpsel drin sind, kann der Bassbordun auf G gestimmt werden. hierbei hältst du das D deiner Spielpfeife und stimmst wieder. Die anderen Bordune ebenfalls Stöpsel rein und dann wieder auf den Bass stimmen. In dem Fall kannst du dann auch noch G-Dur spielen.

      4. Die Löcher am Spielpfeifentrichter werden in meiner Spielergruppe auch Resonanzlöcher genannt. Dadurch ist der tiefste Ton der Spielpfeife beim A-Schwein immer das G und die Schwingung verteilt sich stets zu den Seiten und nach Vorne, wenn alles richtig angestellt ist, jedoch nie nach hinten. Manche Hersteller, wie Siegismund, bohren auch nur ein solches Resonanzloch auf der Rückseite des Spielpfeifentrichters. In letzter Zeit habe ich öfters gesehen dass Dudelsackspieler ihre Schwanenhalsmikrofone an die Resonanzlöcher anlegen.

      5. kann dir denke ich Arno eine fundiertere Antwort geben, deswegen äußere ich mich dazu nicht.

      6. Drachenendkappen bekommst du für wenige Cent das Stück im Onlineshop. Hier ist es wichtig, den innendurchmesser deines anblasrohrstocks und den außendurchmesser deines anblasrohres zu kennen um die richtigen Kappen zu kaufen. Die werden dann mit nem Bastelskalpell oder nem Cuttermesser eingeschnitten, bis nur noch knapp 5 bis 7 mm der aussenwand die geschlossene kappe halten und dann auf das anblasrohr selbst angepasst. Ist ne extrem einfache Lösung die meiner Erfahrung nach aber bombendicht hält.

      7. Bei mir hat früher das tiefe G geschnarrt das lag bei mir an zu viel Druck. Probiers einfach mal aus.

      Das wars erstmal von mir.
    • Wow, ok. Vielen Dank erstmal Für die Ganzen Antworten.
      Zu 4.: wenn Ich die Löcher nun mit Isoband schließe, hat es lediglich den effekt, dass der Ton nur vorne rauskommt. An der Tonhöhe ändert sich nichts. Hab ich das richtig verstanden?
      6. Hast du evtl eine Adresse? Bei ebay gabs das nur im Zehnerpack als Rohrendstücke und von denen kann ich nur einen benutzen. 5,- für 10 Käppchen, wovon ich nur einen brauche, ist bisschen sehr viel.

      Nochmal danke für die Hilfe
    • Thozar92 schrieb:


      Zu 4.: wenn Ich die Löcher nun mit Isoband schließe, hat es lediglich den effekt, dass der Ton nur vorne rauskommt. An der Tonhöhe ändert sich nichts. Hab ich das richtig verstanden?


      Das musst du mal probieren. Es kann den Sound und die Eigenschaften des tiefsten Tons beeinflussen.


      6. Hast du evtl eine Adresse? Bei ebay gabs das nur im Zehnerpack als Rohrendstücke und von denen kann ich nur einen benutzen. 5,- für 10 Käppchen, wovon ich nur einen brauche, ist bisschen sehr viel.


      Die Dinger halten nicht ewig. Lang, aber eben nicht ewig. 10 Käppchen kann man also schon mal kaufen. vielleicht bist du dann für alle Zeit mit Ventilen ausgestattet, es ist aber günstiger, als jedes Mal eine + Porto zu bestellen.

      Oder war das ein Set mit verschiedenen Größen?
      Gruß,
      Kristof


      jankristofschliep.com

      ____________________________

      Wird man einem Dudelsack vorgestellt,
      so redet man ihn selbstverständlich so
      lange mit "Siedelsack" an, bis einem
      offiziell das "Du" angeboten wird!


      :rofl:
    • Hi Tozar, Hi Vloki

      Nicht böse sein, ich muß das ein oder andere Korrigieren:

      1. Öffnungen der Stocks nach unten hängen, ist die sicherste Art, Dichtmittel dort hin zu bekommen, wo man es nicht haben möchte, nämlich in die Stöcke.

      2. Die Bordunstimmzüge sollten so eingestellt werden (später, wenn man das Stimmen beherrscht!), dass bei Dreiteiligen Bordunen beide Stimmzüge ungefähr gleich weit ausgezogen sind. Allein über Stimmzüge lassen sich Marktsäcke nur in sehr wenigen Fällen einen ganzen Ton Umstimmen, dafür haben die in der Regel seitliche Bohrungen mit Stöpseln.

      3. Geht wie gesagt nur, wenn dafür entsprechne Bohrungen und Stöpsel vorhanden sind. Bei Güttlersäcken ist das eigentlich so gut wie immer der Fall.

      4. Die Resonanzbohrungen haben wenig mit der Klangabstrahlung zu tun, sehr wohl aber mit der Intonation der gesamten Pfeife. Natürlich ändert sich die Tonhöhe, insbesondere natürlich des tiefen G, wenn man die Abklebt. Mit "Umstimmen" haben die aber gar nichts zu tun. Am besten einfach die Finger weg lassen ;)

      5. Wenn er jetzt dicht ist und alle Wicklungen erneuert wurden, erstmal gar nicht, das sind im Prinzip schon die Sachen, die zur grundlegenden Wartung gehören und die man zu Hause gut selber machen kann. Für alles Weitere sollte der Sack zu einem Fachmann. Ich würde Dir das ohnehin empfehlen, damit mal jemand drübergucken kann, der sich auskennt und ggf. noch "Baustellen" findet, um die man sich kümmern sollte, bevor sie größer werden...

      6. Kauf ruhig 10 STK. Die halten zwar lange, aber nicht ewig. Es ist immer gut, etwas Reserve zu haben und bei dem geringen Preis kann man sich das ja auch ruhig leisten. Außerdem schneide auch ich immer mal eines versehentlich zu weit ein (Mülleimer!). Gönn Dir ein Paar mehr zum Üben! Nachtrag: Ich weiß übrigens nicht, ob Du die ohne Weiteres überhaupt verwenden kannst, wenn Dein Blasrohr mit einem Lederklappenventil versehen ist...

      7. Kann man so nicht sagen ;) Das kann verschiedene Ursachen haben und ist eher ungewöhnlich (Wie Vloki schon angedeutet hat, ist davon meist eher das tiefe G betroffen). Ein Rohrblattproblem ist aber ebenso wahrscheinlich, wie drucktechnische Probleme oder nicht sauber gedeckte Grifflöcher.

      Noch ein allgemeiner Tip zum Üben:

      Jeder Dudelsackspieler kennt das aus seiner Anfangszeit, man will so schnell es geht loslegen und aus allen Rohren feuern! Dummerweise ist das genau schlecht für einen guten Einstieg und schnelles Vorankommen! Übe zunächst das Druckhalten ohne Bordune (Trichter mit geeignetem Stöpsel verschließen)! wenn es einigermaßen geht, nimm einen Bordun (den Bass) dazu. Sei Dir aber im Klaren, dass Du in dem Moment, in dem Du einen Bordun benutzt, diesen auch stimmen musst! Es ist von unschätzbarem Wert, wenn man dabei Hilfe von einem erfahreneren Spieler oder gar Lehrer hat. Sonst kann mans nach zwei drei Jahren immer noch nicht... Schon öfter erlebt. Ach so: Und erstmal nicht mit Umstimmereien experimentieren! Für den Anfang hat man ewig genug mit einem Bordun und einem Bordunton zu tun!

      So, muß langsam los,

      Gruß, Arno

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Arno ()

    • Vloki Hinrikhson schrieb:

      In letzter Zeit habe ich öfters gesehen dass Dudelsackspieler ihre Schwanenhalsmikrofone an die Resonanzlöcher anlegen.


      Nichts für ungut, aber daran merkt man vorallem zwei Dinge:
      a) Diese Leute haben keine Ahnung, wie man ne Spielpfeife mikrofoniert.
      b) Diese Leute haben überdies keine Ahnung von der Funktionsweise der Resonanzlöcher.

      Ad a)
      Der Klang, den man an den Resonanzlöchern erhält, ist - wie bei der Abnahme am Spielpfeifentrichter - SEHR obertonreich, schrill und nicht ausgewogen. Dies hat mit der frequenzabhängigen Richtcharakteristik eines solchen Instrumentes zu tun. Wenn man eine Spielpfeife abnehmen will und darauf bedacht ist, dass jener Teil, der über die PA kommt, auch noch nach was tönt, dann sollte man über den Grifflöchern mikrofonieren. Und zwar an jenem Punkt, wo sich Ober- und Unterhand treffen. Wenn man dann noch ein zweites Mikro zur Verfügung hat, dann kann man sich überlegen, damit den Spielpfeifentrichter zu mikrofonieren und ganz sachte dem ersten Mikrofon über den Mixer beizumischen.

      Ad b)
      Der Grundton verändert sich, sobald Resonanzlöcher mit was auch immer (Gaffa, Tesa/Tixo, Mikrofonkapsel, ...) abgedeckt werden. Und diese Veränderungen sind nicht zum Besseren. EDITH: Arno hat's schon geschrieben. Will sagen: war schneller.

      Falls jetzt jemand meint, ich äussere mich hier unqualifiziert: Meine Facharbeit, mit der ich diplomierter Tontechniker wurde, beschäftigt sich mit dem Thema "Mikrofonierung von Sackpfeifen".

      Grüsse,
      Franz

      • "Kaum macht man's richtig, schon funktioniert's."
      • "Wenn's ned grooved, isses für'n Arsch." - Mattis Branschke
    • @Kristof es war ein Set mit verschiedenen Größen.

      @Arno gibt es denn einen Dudelsackbauer in NRW? Ich habe nämlich niemanden gefunden. Um sich den Sack anzusehen und ggf. Kleinere Dinge korrigieren zu können, muss es ja nicht Dominik Pawlat sein. Ansonsten muss ich den versenden und da würden mir auch paar Adressen helfen.

      Das Lederklappenventil kann ich abnehmen, das stellt kein Problem dar. Ich bestell dann bei der Oben genannten Adresse. Die wurde mir nicht gezeigt von Google.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thozar92 ()

    • @ Thozar:

      Mir fällt gerade spontan keiner ein, aber vielleicht jemand Anderem. Wenn Du Ihn ohnehin versenden müsstest, stehe ich selber natürlich auch gerne zur Verfügung.

      Das Problem mit dem Lederventil ist folgendes:

      Das Lagert normalerweise auf dem Zapfenholz vom Blasrohr auf. Für Drachenkappenventile braucht man ein Stückchen steifen Schlauch oder Rohr, das aus diesem Zapfen 2-3 cm herausragt und auf das man es aufschieben kann. Dieter Güttler war nicht dumm und hat imho alle seine Anblasrohre innen mit Alurohr ausgekleidet, damit sie von der Feuchtigkeit nicht reißen. Guck mal nach, ob das bei Deinem auch so ist (Gegenlicht/Taschenlampe, man sollte es auch unter dem Ventil Stirnseitig gut sehen können)!
      Wenn ja, ist das ein (kleines) Problem, man kann dann eigentlich nur ein etwas Dünneres Rohr verwenden und in das Alurohr einkleben, was den Innendurchmesser leider etwas verkleinert. Wenn kein Rohr drin sein sollte, kann ein Sackpfeifenmacher eines von passendem Durchmesser einbauen und alles ist gut.

      Du kannst getrost bei der genannten Adresse bestellen, da habe ich auch schon gekauft. Ich empfehle welche mit 10 mm (günstiger Fall) und 8 mm (für den ungünstigen Fall).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Arno ()

    • Ich hab jetzt auf der Drachenfliegerseite bestellt.
      Beim Anblasrohr ist ein Messingrohr drin, welches bis etwa 2cm aus dem Holz schaut. Dort ist ein weißer Plastikring angebracht, wo ein Stückchen Leder festgemacht wurde. Es hält, aber nicht nun mal nicht wie eine Endkappe.

      Ich würde gerne auf dein Angebot zurückgreifen, sobald ich finanziell wieder auf der Höhe bin. Also etwa in ein bis zwei Monaten. Ich würde mich dann beizeiten melden, denn der Sack sollte schon in Guten Händen sein (ohne schleimen zu wollen ;) )

      Liebe Grüße

      Thomas