Neues vom TradTanzMusik - Videokanal

    • Hallo Henk,
      ja, die de Gruytters -Parallele kenne ich. Merkwürdig an der finde ich den gegenüber den anderen Quellen verschobenen Takt. Hier hat das Stück einen mit dem Grundton beginnenden Auftakt und die erste eins wird von der Terz gebildet. Die anderen Fassungen die ich kenne, fangen alle "ordentlich" mit dem Grundton auf der eins an. Vielleicht finde ich es auch nur merkwürdig, weil die anderen Fassungen inzwischen in mein Gehirn quasi eingefräst sind.
      Im Buch finden sich einige schöne Menuette (für meinen Geschmack zumindest). Laschene z.B. hier als "Menuet de Quater" (Nr. 30, S. 20) oder auch die Nr. 134, S. 104.
      Der Dahlhoff-Klapperman kommt hier übrigends als "Contre Danze" Nr. 103 vor (die DH-Version: hier und hier, geht übrigends ganz prima auf Säckpipa).
      Wen es interessiert: hier gibt es den sehr gut lesbaren scan des Originals.
      Gruß
      Thomas
    • Nach den vielen Saiten der letzten Veröffentlichungen wird es mal
      wieder Zeit für einen Dudelsack.
      Diesmal Mudder Witsch, gespielt von Ralf Gehler (Schäferpfeife in G/C)

      "Mudder Witsch, Mudder Witsch kiek mi mol an,
      wo ick den Bummelschott'sch tanzen kann.
      Eenmal up de Hacken, eenmal up de Teen,
      ei Mudder Witsch wo geit dat scheen."

      Mudder Witsch, manchmal auch Modder Witsch, gehört wohl zu den in
      Norddeutschland bekanntesten Tanzmelodien.
      1868 beschreibt der Tierarzt Christian Gilow eine mecklenburgische
      Hochzeit (Gilow, Chr.: De Hochtid, Selbstverlag, Anklam, 1868).
      Neben allen möglichen Hochzeitsgebräuchen führt er auch Tänze auf, z.B.
      bunt Schört, Plummenplücke, Rükelrei, Engelsch Geck, Hannaksch,
      Scheperdanz, schrap den Ketel ut, Kierut, Grotvaredanz. Das halbe
      Arendseeer Notenbuch scheint vertreten. Außerdem findet sich ein
      Abschnitt "Tanzlieder oder Lieder die nach Tanzmelodien gesungen
      werden". Auch hier wieder viele Bekannte, u.a. eben Mudder Witsch.

      Hier allerdings mit diesem Text:

      "Mutté Witsch, Mutté Witsch, wat's dat för'n Dink,
      Dat gistern in unsern Gorden ging,
      Half witt, half schwart, het roore Bein,
      Sôn Dink hef ick sîn Dag nich sein."

      Die Melodie findet sich in verschiedenen Handschriften, z.B. Tanzheft
      Lücke (Mirow, um 1900), Hanschrift August Dehmlow (Siedenbollentin,
      Mitte 19. Jh.). Dabei sind die A-Teile (auf die die Texte gesungen
      werden) oft sehr ähnlich, die B-Teile unterscheiden sich z.T. stark.

      Viel Spaß damit
      Thomas
    • Täterätää, und Tusch für den ersten Bock auf TradTanzMusik!

      Kontratanz Nr. 4, Graz, vermutlich 18. Jh., gespielt von Christian
      Scharmann (Bock in F).

      Das Stück findet sich in handschriftlichen Stimmbüchern im Bestand des
      Archivs des Musikvereins für Steiermark und des Landeskonservatoriums in
      Graz.

      Kontratänze waren auch hier mal sehr verbreitet - das zeigen zumindest die
      zahlreichen Melodien in alten Handschriften, die auf Namen wie z.B. Contra,
      Quadrille, Angloise hören. Heute werden sie hierzulande eher seltener
      getanzt. Das Kontratanzen aber nicht nur was für Volkstanzpfleger und
      Tanznerds ist, sondern einfach auch vielen Leuten viel Spaß machen kann,
      zeigen Veranstaltungen wie ContraShock! oder ContraCopia (9 h Kontratanz
      am Stück). Hier locken Kontras viele hunderte auf die Tanzfläche.
      Das Dumme ist nur, dass das alles recht weit weg ist - z.B. ContraShock! in Brooklyn
      und ContraCopia in Philadelphia.

      Hier ein paar Eindrücke vom Kontratanzen mit sehr viel Spaß:

      ContraCopia
      Flurry
      High Contrast Techno Fusion Contra birthday party
      Contrastock


      Viel Spaß damit
      Thomas
    • Heuer und auch letztes Jahr im März fand ein Tanz und Ensemblekurs in der Steiermark, nahe bei Graz, statt.

      Im heurigen Tanzkurs wurden schwerpunktmäßig verschiedene Kontratänze und Motive fachgerecht von Fr. Dr. Gudrun Rottensteiner vorgeführt und beigebracht.
      Im Ensemblekurs wurden die "Kontra-Tänze" in aukustischer Form erlernt und unter der fachgerechten Leitung von BA. Sepp Pichler ausgearbeitet.

      In regelmäßigen Abständen wurde Ensemble und Tänzer zusammengeführt um sich gegenseitig zu "Präsentieren". (Und um dem Solomusiker(für den Tanzkurs) eine Pause zu gönnen ;) )

      Auch nächstes Jahr wird wird wieder ein solcher Kurs in der Steiermark stattfinden.
      PDH - Preiset das Hümmelchen
      You know, Internet is a dangerous thing with all that sheet music out there...