IG Schäferpfeife?

    • IG Schäferpfeife?

      Hallo zusammen,
      weiß vielleicht jemand, ob es für die Schäferpfeife und andere halbgeschlossene Säcke in der BRD schon sowas wie eine Interessengemeinschaft gibt, ähnlich der Uilleanpipes Gesellschaft oder der Bagpipe Association? Oder Bestrebungen, eine solche zu gründen? :kopfkratz:
      Schöne Grüße vom Dino ausem Taunus ;)
    • Es gibt doch marktsack.de? Reicht das nicht?

      In der BRD gab es so was nie – die Abkürzung wurde früher zur Unterscheidung zur DDR benutzt; in amtlichen Dokumenten in Westdeutschland gibt es die Abkürzung seit den siebziger Jahren nicht mehr. Meine Assoziation als Ü40 mit BRD ist „kalter Krieg“. Leider ist meine Assoziation damit inzwischen auch eine nationalistische, denn im rechten Sektor wird die Abkürzung wieder vermehrt benutzt.

      In Deutschland gibt es meines Erachtens keine übergeordnete Organisation. Die Bagpipe Society ist allerdings international aufgestellt und „kümmert“ sich um alle Arten Dudelsäcke. Mit als Erdenbürger und höchstens noch Europäer reicht das.

      Ich wüßte nicht, warum man Schäferpfeifen oder halbgeschlossene Säcke gesondert behandeln sollte. Alle offen gegriffenen tiefen Säcke französischer Bauart fielen dann auch schon wieder raus. Das sind dann zwar auch keine Schäferpfeifen, aber ich frage mich, in wieweit die Schäferpfeife ein wirklich deutsches Phänomen ist mit manchmal flämischer manchmal Smallpipe-Bordunanordnung, der halbgeschlossenen Griffweise der Franzosen …

      Also: Was wäre der Nutzen?
      Gruß,
      Kristof


      jankristofschliep.com

      ____________________________

      Wird man einem Dudelsack vorgestellt,
      so redet man ihn selbstverständlich so
      lange mit "Siedelsack" an, bis einem
      offiziell das "Du" angeboten wird!


      :rofl:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kristof ()

    • Der Nutzen wäre ein gewisses auch finazielles "Aufgestelltsein". Ein Verein kann kostenlos oder günstig Lehrinstrumente zur Verfügung stellen, ebenso Lehrer. Man begegnet sich bei entsprechendenTreffen und kennt einander. Das kann ein Forum nicht leisten. Außerdem finde ich, daß sich Einsatzgebiet und Repertoire durchaus von anderen Säcken unterscheiden. Daß die Bagpipe Association sich um "Alles" kümmert, kann man Ihrer homepage aber nicht entnehmen.
      Im Übrigen würde ich mich mal nicht an der Bezeichnung ...
      edit: sorry, Lesefehler zu später Stunde. Mit dem Kürzel BRD verbindet sich hier auch keinerlei Deutschtümelei.
      Schöne Grüße vom Dino ausem Taunus ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von dinorider61 ()

    • Hier im Forum ist immer wieder die Rede von Bordunmusik in Kindergarten und Grundschule etc. Eine "Instititution", also ein e.V. oder ähnlich, hätte da sicher eine bessere Ausgangsposition, um an Andere heranzutreten oder Lobbyarbeit zu betreiben. Eine Sache, wie etwa ein Forum (dessen Nützlichkeit ich ansonsten hier gar nicht in Frage stellen will), existiert nur im web und macht auf irgendwelche realen Einrichtungen wenig Eindruck. Außerdem gibt es auch Einige, die lieber was "zum Anfassen" hätten, als nur ein online-Angebot. Ich denke da einfach an die Chancen der Nachwuchsförderung. Andere Instrumentengruppen, die es viel weniger nötig hätten, als die Schäferpfeife, haben ja auch Interessenverbände. Da kann man viel leichter sagen "wir sind der geförderte Verein xy und möchten mal mit der Schule/Musikschule xy ein Projekt machen". Wollte auch nur mal in die Runde fragen, ob da vielleicht was läuft...
      Schöne Grüße vom Dino ausem Taunus ;)
    • Also ich finde die Idee durchaus sinnvoll!

      Ich mach's am besten mit einem aktuellen Beispiel.

      Wir haben Sommerferien und sie als Pädagoge/Lehrer/Erzieher wollen im Hort /Vorschule ein Musikangebot organisieren. Die Beste Variante die es gibt ist, sie laden den "Borduni-Bär" ein, einen Sackpfeifenspieler und Pädagogen der eine Instrumentenvorstellung durchführt (Schäferpfeife, Drehleier, Bock), anschließend gibt es gemeinsame Basteleien von Mini-Platrspiel aus Trinkhalmen und Luftballons sowie eine Stunde lang Tanz und Bewegung zum Sackpfeifenspiel in der Sporthalle. Das Thema ist spannend, füllt den Tag komplett und ist überaus wertvoll was Bildung angeht. Sie wissen schon wen sie da einladen, haben schon das Programm mit der Person online und telefonisch abgesprochen...
      ... und jetzt kommt die alles entscheidende Frage - wer zahlt das Ganze??? Bildung ist gut, nur darf sie möglichst nichts kosten. Der Borduni-Bär muss anreisen (3 Stunden Autobahn) und quasi den ganzen Tag für das Angebot reservieren, das kann man nicht einfach mal ehrenamtlich machen, besonders wenn man als Pädagoge und Musik-Lehrer anderweitige Verpflichtungen hat! 4 Stunden Angebotsgesamtdauer, 20 € je Stunde + Spritkosten, ein Unkostenbeitrag von 150 Euro ist das Mindeste. Die Summe ist zu klein um die großen Chefs im Trägerverein bzw. Stadtverwaltung zu nerven, aber zu groß für den Einrichtungsleiter, das Budget steht, es gibt keinen Cent, in diesem Jahr ist finanziell sowieso alles sehr eng...
      Ab hier gibt es prinzipiell nur zwei Wege. Man zahlt das ganze Angebot aus eigener Tasche, oder man verlangt's von den Eltern. Durchschnittlicher Hort/Vorschule, sagen wir mal 40 Kinder, 5€ Unkostenbeitrag (Borduni-Bär, Bastel-Materialien, etc.). Und ich kann schon von hier hören wie manche Eltern Euch aufs Dach steigen, da viele davon alleinerziehend sind und solche Extra-Kosten schlichtweg nicht hinnehmen.

      Ein solcher "Schäferpfeife e.V.", der eben solche professionellen Borduni-Bär-Besuche für Schulen, Horte und KiTas erschwinglich macht, oder bei entsprechenden Anträgen auch komplett finanziert, wäre für unzählige Einrichtungen mehr als willkommen.
      :dafuerschild:
    • Das, was dir da vorschwebt, wäre ja ein IG der Dudelsackpädagogen. In dem Fall wäre meine Meinung als studierter Sonderpädagoge die pädagogische Eignung mindestens genauso wichtig wie das Beherrschen des Instruments. Für Kinder im Kindergartenalter ist die pädagogische Kompetenz vielleicht sogar nocht wichtiger.

      Aber wie viele Musikpädagogen mit „künstlerischem Hauptfach“ Dudelsack wird es in Deutschland geben? Das wird eine kleine Gruppe :)
      Gruß,
      Kristof


      jankristofschliep.com

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      Wird man einem Dudelsack vorgestellt,
      so redet man ihn selbstverständlich so
      lange mit "Siedelsack" an, bis einem
      offiziell das "Du" angeboten wird!


      :rofl:
    • Ein Blick in die Satzung:

      bordun.de schrieb:

      § 2 Vereinszweck

      (1) Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere die Förderung und Verbreitung europäischer Bordunmusik in Bezug auf Instrumentarium, Darbietung und Tanz, wobei die Instrumente Dudelsack und Drehleier im Vordergrund stehen. Dazu wird Zusammenarbeit, Begegnungen und Austausch von Musikern und Interessierten sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland angestrebt. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei die Weitergabe und Vermittlung von Kenntnissen an Jugendliche sowie die Förderung junger Talente einnehmen.

      (2) Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch
      a) Vorträge
      b) Konzerte
      c) internationale Treffen
      d) Vermittlung von Unterricht
      e) Lern-, Spiel- und Tanzkurse
      f) historische Forschung
      g) Förderung des Instrumentenbaus
      Der Verein ist also eher auf Jugendliche (14+ Jahre alt) ausgerichtet, die Zielgruppe, die weitgehend am Ende ihrer Schulausbildung steht und auf individueller Basis Unterricht und Kurse nimmt. Fast der gesamte Inhalt der Site richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, ich konnte nur ein verlinktes Angebot finden was sich an Kinder richtet - es handelt sich dabei um ortsfeste gebührenpflichtige Kinderbetreuung mit musikalischem Hintergrund. Instrumentenvorstellungen mit Bildungsanspruch an KiTas und Grundschulen gehören da wohl nicht zum Vereinsprofil.

      Man kann ja anfragen, aber ich habe da keine großen Hoffnungen ...