Ich wollte nur mal sagen, dass...

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    • ... dass ich ein altes Video entdeckt habe wo eine wolgadeutsche Oma ein Lied zum Besten gibt, eben Teil dieser Folklore die ich als Kind gerade noch gehört habe. Ein Urheberrechts-Check hat ergeben dass der Text weder ganz noch in Teilen irgendwo auftaucht, die Melodie ist eine typische wolgadeutsche "Schorkel", die es von der Struktur & Tonart her anderswo im deutschsprachigen Raum gar nicht gibt. Also 100% anonyme TRAD einer ethnischen Minderheit, welches offenbar noch nie von jemanden aufgeschrieben und bearbeitet wurde.

      ... dass ich diese Melodie rausgehört und notiert habe. Mir steht es also frei das Ding bei G.E.M.A. als Bearbeiter oder gar "Komponist" anzumelden :D oder es frei zur Verfügung stellen, wobei ich natürlich das Letztere wählen werde. Wenn ich das Notenblatt und Text mal digitalisiert habe, stelle ich es hier rein, damit jeder was davon haben kann.
    • Gregorius schrieb:

      ... ob irgendwo im Netz die g.e.m.a.-freie Originalfassung des "Thernberger Hochzeitstückln" aus der Sonnleithner-Sammlung einzusehen ist?
      Na das wäre außerordentlich überraschend. Die originale Einsendung aus Thernberg für die später so genannte Sonnleithner-Sammlung (1819) gilt als verschollen.
      Ich bin mir sicher, dass die GEMA nix mit den Thernberger Hochzeitstückln am Hut hat. Warum sollte sie? Die älteste Quelle (Abschrift, ggf. bearbeitet?) stammt, soweit ich weiß von Raimund Zoder aus der Zeit um 1920. Der war Österreicher, die (deutsche!) GEMA gab's noch nicht und Zoder hat ja selbst gesagt, dass es aus der Sonnleithner-Sammlung sei.

      Für die Stücke Nr. 3 und 4 gibt es übrigends eine belgische Parallelquelle:
      Nr. 86 in Manuscrit Wandembrile (1778), Archives de l’Etat à Namur (also in der Handschrift, in der sich auch eine "Laschene"-Version findet.
    • _thomas_ schrieb:

      Gregorius schrieb:

      ... ob irgendwo im Netz die g.e.m.a.-freie Originalfassung des "Thernberger Hochzeitstückln" aus der Sonnleithner-Sammlung einzusehen ist?
      Der war Österreicher, die (deutsche!) GEMA gab's noch nicht und Zoder hat ja selbst gesagt, dass es aus der Sonnleithner-Sammlung sei.
      Das wäre wohl diese hier: stammtischmusik.at/noten/image…bergerHochzeitsstuckl.gif
      PDH - Preiset das Hümmelchen
      You know, Internet is a dangerous thing with all that sheet music out there...
    • _thomas_ schrieb:

      Die originale Einsendung aus Thernberg für die später so genannte Sonnleithner-Sammlung (1819) gilt als verschollen.
      Schade. :(

      _thomas_ schrieb:

      Ich bin mir sicher, dass die GEMA nix mit den Thernberger Hochzeitstückln am Hut hat. Warum sollte sie? Die älteste Quelle (Abschrift, ggf. bearbeitet?) stammt, soweit ich weiß von Raimund Zoder aus der Zeit um 1920. Der war Österreicher, die (deutsche!) GEMA gab's noch nicht und Zoder hat ja selbst gesagt, dass es aus der Sonnleithner-Sammlung sei.
      Der Gedankengang der GEMA wird leider eher dieser sein: Raimund Zoder ist 1963 verstorben, also erst vor 54 Jahren, seine Kompositionen und Bearbeitungen sind urheberrechtlich geschützt. Er hat das Stück aus dem Original (der verschollenen Sonnleithner-Sammlung) übertragen, also ist es eine Bearbeitung. An dieser Stelle muss man der GEMA belegen können dass die Zoder-Bearbeitung nicht die nötige "Schöpfungshöhe" erreicht, sprich mit dem verschollenen Original identisch ist und somit keine Bearbeitung darstellt. Das dürfte jedoch ohne das Original von 1819 unmöglich sein...
    • Hm... zu den "Thernberger Hochzeitsstückl'n" gibt es, soweit ich sehe, in unterschiedlicher Schreibweise einige Einträge bei der GEMA, aber keinen, der auf Raimund Zoder verweist. Das legt doch die Vermutung nahe, dass niemand die GEMA mit der Rechteverwertung für genau diese Bearbeitung beauftragt hat, oder? Die GEMA verfolgt doch auch nicht meine Kompositionen (wenn es solche gäbe) von Amts wegen, sondern nur die ihrer Mitglieder... oder ist mir da eine rechtliche Konstruktion im Sinne eines "Generalauftrages" entgangen?

      Die Frage des Urheberrechts ist, soweit ich das sehe und verstehe, damit doch eigentlich eine andere. Wenn Raimund Zoder seit 54 Jahren tot ist, sind seine Werke nicht gemeinfrei, das ist korrekt. Die Rechte liegen damit bei seinen Nachfahren, womit (wenn sie nicht die GEMA eingeschaltet haben) sie die Ansprechpartner wären.
      Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.
    • Die AKM ist das österreichische Pendant zur GEMA. Sucht man bei denen nach "Thernberger" findet man:


      AKM-Onlinesuche schrieb:

      Werktitel THEMBERGER HOCHZEITSSTUECKLN
      Untertitel THERNBERGER HOCHZEITSSTUECKLN
      Werknummer 1124960
      Komponist / Arrangeur ZODER/PREISS
      Werkstatus
      Freies Werk, beachten Sie aber bitte etwaige geschützte Werkbearbeitungen.

      Desweiteren findet man verschiedene Werkbearbeitungen, u.a. z.B. die von Hotel Palindrone, für die überwiegend als Komponist "DP" angegeben ist (Domaine publique = frei). Ob es sich bei den Werken, bei denen ein Komponist angeben ist, um dieselbe Musik handelt, weiß ich nicht. Von diesen Namen habe ich noch nie gehört und will das jetzt auch nicht weiter recherchieren.
      Das obige "Freies Werk" sollte wohl reichen.

      PS: Ich fang grad an meine Sachen fürs Alpenklangrausch-Treffen bei Ternberg (ohne h) zu packen :-).
    • Andreas schrieb:

      Die GEMA verfolgt doch auch nicht meine Kompositionen (wenn es solche gäbe) von Amts wegen, sondern nur die ihrer Mitglieder... oder ist mir da eine rechtliche Konstruktion im Sinne eines "Generalauftrages" entgangen?
      Diese schimpft sich GEMA-Vermutung und ist in der Tat eine Art "Generalauftrag", wobei ein Musiker/Veranstalter die gema-Freiheit des Stückes beweisen soll, und nicht umgekehrt.

      @_thomas_
      Raimund Zoder wird bei der GEMA in der Tat nicht erwähnt, interessanterweise wird aber ein Herr Hubert Zanoskar bei der GEMA als Komponist von Drei Thernberger Hochzeitsstueckln angeführt, die er in seinem Werk "Europäische Volkstänze für Sopranblockflöte und Gitarre" im Jahre 1955 veröffentlicht hat. Diese Umstände bieten der GEMA viel Spielraum für "Vermutungen", wobei die Beweispflicht dann bei dem Musiker läge.
      :(