Neues vom TradTanzMusik - Videokanal

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    • Dahlhoff – die Band beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit dem
      Dahlhoff-Manuskript aus Kirchdinker/Westfalen um 1767 -1799.
      Mehrere Dahlhoff-Treffen, Sessions, Konzerte und Tanzabende, auch in Kirchdinker,
      hat die Band bereits veranstaltet und es werden sicher noch mehr werden.
      Alexander Peters wurde bereits als Jugendlicher mit der Musik des Manuskripts bekannt und
      ist inzwischen ein wichtiger musikalischer Teil der Gruppe geworden.
      Von ihm wurde das folgende Video aus der Sammlung eingespielt:

      "Sächsische Rebel“ – Tanzsammlung Dahlhoff, Band 5, S. 22.
      gespielt von Alexander Peters, Mandoline.


      Und noch eine Information: Seit kurzer Zeit gibt es eine neue Deutschtrad-Session in Hannover,
      organisiert von Michael Möllers, dem Initiator der Dahlhoffband.
      Termine findet ihr hier..
      Viel Spaß damit!
    • Das immerhin schon 75. Video auf unserem Kanal ist jetzt veröffentlicht!
      Diesmal ist es wieder ein Stück aus "Diverses Denses pour le Violon pour Monsieur Nahke",
      Leipzig, datiert 1800.
      Bekannt war diese Handschrift bisher überwiegend für die darin zu findenden Mazur.
      Daneben enthält sie aber auch u.a. 22 Angloisen und 11 Quadrillen.
      Eine der Quadrillen hat Olle Gällmo für sich entdeckt:

      No. 5 Quadrille aus Diverses Denses pour le violon pour monsieur Nahke",
      Leipzig, 1800
      gespielt von Olle Gällmo (Säckpipa)




      Von den vier Teilen des Stückes spielt Olle die Teile 1 bis 3. Der vierte Teil wechselt vom 2/4 in 3/8,
      was für die Zeit um 1800 ein eher selten anzutreffendes Phänomen ist. Da Teil vier die Übertragung von
      Geige auf Säckpipa aber nur sehr verstümmelt überstehen würde, hat Olle auf diesen Teil verzichtet.
      Die Teile 1 bis 3 können dagegen auch auf Säckpipa ohne Änderungen gegenüber den Noten gespielt werden.

      Eine arrangierte und sehr groovie Version des Stückes, eingespielt vom
      Duo Gällmo/Branschke findet ihr hier.

      Viel Spaß damit!

      PS: Vorsicht das Stück zu spielen kann süchtig machen. Mir geht es jedenfalls gerade so.
    • Quadrillen gehörten im 18. und 19. Jahrhundert wohl zu den am weitesten verbreiteten Tänzen
      auf den europäischen Tanzböden. Wie Tanzmusikhandschriften und Tanzmeisterbücher zeigen,
      war die auch in den deutschsprachigen Ländern der Fall. Heute führen Quadrillen hier Tradmusik-/ Folktanzszene
      eher ein Nischendasein. Das wollen wir ändern und darum heute noch'ne Quadrille.

      Übrigends eine Quadrille, die gut auf Schäferpfeife, und mit geringfügigen Anpassungen auch auf Säckpipa spielbar ist!


      Merit Zloch spielt "Ballett-Quadrille“ aus Herbert Oetke "Schön goden Dag. Bunte Volkstänze, schöne Volkslieder“ gedruckt 1951 in Berlin.

      Oettke schreibt, daß die Quadrille in Groß Thondorf im Bezirk Uelzen aufgezeichnet wurde.
      In genau dieser Gegend liegt auch das Museumsdorf Hösseringen - dem Ort an dem an diesem Wochenende (14.-16.6.19)
      das Klangrauschtreffen stattfindet. Auf Quadrillen lag auch dort in den letzten Jahren immer wieder ein Schwerpunkt.
      Es gab einige Tanzkurse zu improvisierten Quadrillen und Kontratänzen und zahlreiche Repertoirekurse. Schon 2013 entstand
      die Klangrauschquadrillenband, die hier jedes Jahr zum Tanz spielt und sich freut, dieses und andere Stück aus dieser Region
      in ihrer „Heimat" zu spielen.
      Hier die Klangrauschquadrillenband beim KRT 2013 mit der Ballet-Quadrille.

      Mehr Melodien aus deutschen Handschriften in moderner Interpretation werden beim
      Klangrauschtreffen an diesem Wochenende (14.-16.6.2019) u.a. von
      Merit Zloch und Daniela Heiderich zu hören sein, welche mit ihrem Harfenduo Zirla hier ihre Record Release Party feiern werden.


      All diejenigen die nicht nach Hösseringen kommen, können aber dank der Aufnahme Merits trotzdem diese schöne Quadrille spielen.
      Das Oetke-Notenbuch „Schöne goden Dag“ ist leider nur noch antiquarisch zu finden. Aber es lohnt sich danach Ausschau zu halten.


      Viel Spaß damit!
    • Ein neues Jahr bringt manchmal auch gute Vorsätze mit sich. Ausnahmsweise
      in diesem Jahr auch mal für mich. Und so geht es also nach längerer Pause mit
      Video-Nr. 77 auf TradTanzMusik weiter.

      Es geht die Legende, dass ein Musiker vor vielen Jahren (mindestens 10)
      ein handschriftlich verfasstes Notenheft fand. Auf der Straße.
      Vielleicht aus dem Fenster geworfen. Irgendwie jedenfalls an einem Ort,
      an dem man keine Notenhandschriften erwartet. Auch nicht in Bayern. Der
      Glückspilz war der Legende nach Stefan Straubinger. Er nahm sich der
      Noten an, bevor der Regen sie wegspülen konnte.
      Was daran tatsächlich wahr ist und was erfunden? Ich habe keine Ahnung.
      Der Finder war auf alle Fälle neugierig genug und sah richtig ernsthaft
      in die Noten. Was er fand war Tanzmusik aus Bayern/Schwaben. Die aber so
      gar nicht den üblichen Klischees Bayerischer Volksmusik entsprach. Des
      Rätsels Lösung: die Handschrift entpuppte sich als im wesentlichen in
      der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufgeschrieben. Die Klischees
      Bayerischer Volksmusik gab es zur Zeit der Entstehung der Handschrift
      also noch gar nicht. Aber natürlich wurde trotzdem schon kräftig
      gespielt und getanzt. Nur klang es einfach anders, als später im 19.
      Jahrhundert. Aber nicht wirklich grundsätzlich anders, als anderswo zur
      gleichen Zeit.
      Ein Stück daraus hat Stefan vor etwa 10 Jahren bei Sessions in Trossin
      in Umlauf gebracht. Seit dem erfreut sich der „Ziemetshauser Nr. 33“
      einer unverminderten Beliebtheit.

      Für TradTanzMusik hat das Stück Christoph Lambertz eingespielt:

      Nr. 33, Ziemetshauser Notenhandschrift, 1750 – 1830

      Gespielt von Christoph Lambertz (Klarinette) in der Originaltonart g-moll.

      Hier drei Beispiele für unterschiedliche Interpretationen der Melodie
      und für Bandarrangements:
      „Ziemlich Moll“ - Stefan Straubinger/Spui'maNovas (live audio)

      „Staudenskizze“ - Christoph Lambertz/Liadhaber, von der CD Nachtfahrt und
      „Ziemetshauser Nr. 33“ - Akleja, von der CD Wasser und Erde
      Ausschnitte von beiden Varianten in dem kurzen Artikel zur Ziemetshauser Notenhandschrift.

      Die Handschrift liegt heute sicher verwahrt im Archiv der
      Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks Schwaben.

      Viel Spaß damit!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _thomas_ ()

    • Seit etwa 2010 beschäftige ich mich mit alten Tanzmusikhandschriften.
      Eine "Klasse" von Melodien darin haben mich von Anfang an besonders
      fasziniert: Schleifer und schleiferähnliche Melodien. Es gab (und gibt)
      keine quasi festgelegte Art der Interpretation, kein "so gehört das!".
      Das fand ich von Anfang an spannend. Beschäftigt man sich mit den
      aufgeschrieben Notentexten dieser Stücke, stellen sich aber sehr schnell
      Assoziationen ein, die natürlich vom eigenen musikalischen Hintergrund
      abhängen. Ich habe Schleifer und schleiferähnliche Stücke gefunden, die
      für meinen Geschmack gut mit einer Grundidee von Walzer funktionieren,
      andere von Mazurka und wieder andere von Bourrée oder Mazurek. Sich ein
      neues Stück dieser Art zu erschließen ist jedesmal wie eine spannende
      Entdeckungsreise für mich.

      Auch in der Tanzsammlung Dahlhoff gibt es eine Reihe von Stücken dieser
      Art. Zum festen Repertoire in sessions und von einigen Bands gehören so
      seit 2012 z.B. "Tantz Bäurish" und der Schwabisch IV/7.

      Letzteren hat Michael Vereno für TradTanzMusik eingespielt.
      Also:
      Schwabisch IV/7 aus der Tanzsammlung Dahlhoff, datiert 1767 - 1799
      gespielt von Michael Vereno auf einem Bock in C, in C-Dur.


      Beispiele für Bandarrangements des Stückes:

      T.K.P. (Vivien Zeller & Matthias Branschke) - Schwabisch Set -
      Windrosfestival 2014 (mit Schäferpfeife in G/C)

      Dieses Set ist, gepielt ebenfalls von TKP, auch auf dem Profolk Sampler
      „Walzer-Schottisch-Poloness. Folkmusik aus alten Handschriften“ von 2014
      enthalten.


      Ensemble Unisonus (Michael Vereno, Anna Barbara Wagner, Lucia Wagner,
      Simon Pfisterer) - Tanz Bäuerisch & Schwabisch

      Die Aufnahme Stück stammt von deren aus meiner Sicht sehr
      empfehlenswerten CD "1777" von 2015.


      Viel Spaß damit!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _thomas_ ()

    • Mal wieder ein Stück mit Suchtpotential, drei durchaus unterschiedliche
      Versionen in einer Handschrift und ein merkwürdiger Name. Das Ganze in
      Dorisch, im schnelleren 3/8 und das Beste daran: mit nur wenig Anpassung
      spielbar auf verschiedenen Dudelsäcken!

      Der dänische Drehleierspieler Christian Mohr Levisen spielt


      Overböerschen Tantz aus der Tanzsammlung Dahlhoff (Band V, S. 58)
      gespielt in D-dorisch von Christian Mohr Levisen (Drehleier)


      Die zweite Version dieses Stückes findet ihr in der Handschrift auf
      derselben Seite (Band 5, S. 58). Die dritte in Band 8 (S. 135 unten).
      Der Unterschied dieser Version ist im Wesentlichen, dass die Taktstriche
      im B-Teil verschoben sind. Sehr merkwürdig.


      Viel Vergnügen!
    • Unser heutiges Lernvideo führt uns zurück ins 19. Jahrhundert.
      Mal wieder ein Stück mit einem etwas merkwürdigen Namen:

      "2Tritt, Hinter meinen Schuppen".

      Wirklich bemerkenswert finden wir aber die Tatsache, dass die im
      2/4-Takt notierte Melodie eigentlich eine Phrasierung über jeweils 3
      Schläge herausfordert. Die Notation im Original legt nahe, dass das vom
      Schreiber (Karl Gottlob Wiegand) auch so gemeint war.
      Jan Budweis hat dieses Stück auf dem diatonischen Akkordeon eingespielt:

      2 Tritt, Hinter meinen Schuppen - Notenbuch des Karl Gottlob Wiegand,
      Braunsdorf bei Tharandt, datiert 1854
      gespielt in G (original in D) von Jan Budweis (diatonisches Akkordeon)

      Viel Vergnügen!

      PS: Fast vergessen: das Stück lässt sich sowohl auf Schäferpfeifen, als auch (mit etwas tricksen) auf Säckpipa spielen)!
      Das Notenbuch gibt es hier:
      Original
      Abschrift
      Das heutige Lernstück ist darin die Nr. 68.
    • Das erste Juliwochende im Jahr ist da und damit wäre eigentlich die Zeit
      des Rudolstadt-Festivals gekommen. Nun ja, nun ist alles anders und die
      Neugier, u.a. auf den Länderschwerpunkt Deutschland in Rudolstadt, darf
      noch ein Jahr lang anhalten.
      Unabhängig von allen Einschränkungen der letzten Wochen, geht die Suche
      nach ungehobenen Schätzen in alten Musikerhandschriften unverdrossen
      weiter.
      Von ihr 2015 in der Berliner Staatsbibliothek gefunden, diese dann 2016
      zur Digitalisierung überredet, hat Vivien Zeller nun in der
      Sammelhandschrift

      "Alte Tänze, die in Vorpommern und auf Rügen, vorzugsweise auf den
      Dörfern, getanzt werden. ", Franz Wulff, Berlin-Dahlem, 1932

      einige Schätze gefunden bzw. als Lernvideo aufgenommen. U.a. den heute
      vorgestellten Walzer "Tickhäuning" (= plattdeutsche Kindersprache für
      Huhn oder Hühnchen):

      54 Tickhäuning aus "Tänze in Vorpommern und auf Rügen", Franz Wulff,
      Berlin, 1932
      Gespielt von Vivien Zeller (Geige)


      Viel Vergnügen!