Meine Projekte - Schelmenkopf

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    • Meine Projekte - Schelmenkopf

      Konstruktion eines Uilleann Pipes Bordunstocks mit Wechselschalter, in Anlehnung an das System von Kannmacher - nachzulesen unter Anderem hier:

      162.13.136.126/data/IRIS/02301_2004winter.pdf

      kannmachmusik.de/deutsch/die-musik/


      162.13.136.126/data/PIOBAIRE/PIOB0904.PDF


      Die Bordunkammern für Bass und Tenor sind von unten verschlossen und werden über Querbohrungen durch eine 12mm Bohrung in der Mitte mit Luft versorgt, welche durch den Propfen verschlossen wird.

      Eine weitere Querbohrung, ausgehend von der Baritonkammer, versorgt eine Aa-Gruppe welche über einen Flansch - baugleich mit dem des Bass-Regulators - mit dem Bordunstock verbunden sind.

      Die Luftzufuhr für den Baritonbordun erfolgt durch ein Rohr mit Querbohrung, welches von einer Polsterplatteabgedichtet wird.

      Eine Madenschraube mit Druckfeder sorgt für sicheres Halten der Schalterstellung. Zwischen den vier Einrastpunkten befinden sich - horizontale, diagonale und vertikale Rillen welche als Führung dienen - zu sehen sind in der Zeichnung

      die Vertikalrillen - der Rest fehlt noch.

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      Dieses System findet vom Funktionspinzip unter anderem bei Andreas Rogge, Torsten Tetz und Matthias Branschke Anwendung, auch wenn die Konstruktionsweise vermutlich anders ist.

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    • Außerdem habe ich mir einen Flachräumer 1:82,5 machen lassen, zwecks der Herstellung eines Foot Joint für Pastoral Pipes.

      Eigentlich hatte ich mein Projekt zur Neuentwicklung eines Hümmelchen bereits aufgegeben, da jedoch der Räumer ohnehin einen Konus hat den ich ausprobieren wollte,

      werde ich die Arbeit in diese Richtung fortsetzen, auch wegen der von mir angekündigten Zusammenfassung.



      Eine wie Subi bereits vorgestellte Klappenmechanik um den Tonumfang nach unten um zwei Ganztöne zu erweitern- für französische Säcke baugleich mit der einer Daumenklappen-Mechanik eines Fagotts - ist für mich vermutlich technisch nicht umsetzbar, auch wenn ich noch ein paar Dinge ausprobieren möchte.

      Die zwei Klappen oberhalb wie sie unter Anderem von Stefan Widhalm und Jens Günzel verbaut werden, bleiben. Dabei wird Klappe für den oberen Daumen mit einem Messinröhrchen ausgekleidet, welches einen Innendruchmesser von 0,8-1,0mm haben sollte was inetwa 20% des Innendurchmessers entspricht, da dies ein sicheres Überblasen garantiert. Durch die Erweiterung nach unten sind die fehlenden Töne vorhanden, die aufgrund des Überblasens in die Duodezime erforderlich sind, außerdem stabiler in der Intonation. Beides findet sich bei modernen Klarinetten.

      Dies gilt allerdings für zylindrische Bohrungen, für den geplanten Konus liegen noch keine Ergebnisse vor, so das hier (vorerst) nur der Vorteil der Erweiterung des Tonumfangen nach unten vorhanden wäre.

      Durch den engen Konus erhoffe ich mir neben einem anderen Klang eine weiter zu greifende Mensur, sowie einen Tonumfang von 2 Oktaven durch Überblasen.


      docplayer.org/48488740-Holzblasinstrumente-katalog.html

      Siehe Seite 15, vergrößertes Klappensystem


      Wie man sieht wurde hier aufgrund der offenen Griffweise die oberste Klappe nach unten versetzt um außerdem den fehlenden Halbton zur Verfügung zu haben.






      Ein Vorgänger dieses Modells sah so aus - allerdings ging ich dabei von der Position als Resonanzlöcher aus:




      Für die obere Hand sah die Klappenmechanik der alten Versionfolgendermaßen aus:



      Durch die Exzenter wurde die Drehrichtung der Klappen so umgekehrt, das diese bei Nichtbetätigung geschlossen sind, die Bedienung war ebenfalls für den unteren Daumen gedacht.
      Eine simple Radialklappe hätte deshalb nur bedingt aufgrund der Spielpfeifendicke funktioniert.

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    • Nachtrag:

      Die Klappen sind in unbetätigtem Zustand geöffnet.

      Die Tasten können auch größer dimenstioniert werden, indem man an der Unterseite "Brücken" vorsieht - vergleichbar mit den Verbindungen
      bei den vier Klappen des unteren kleinen Fingers einer Klarinette, so dass das Daumenloch verschlossen bleibt auch wenn man weiter nach unten geht. So lässt sich wie hier auch problemlos
      eine dritte Taste anbringen, wahlweise als Halbton oder sogar als dritter Ganzton, was z.B. bei einer Schäferpfeife in G die Eweiterung nach unten bis Tief C ermöglicht und mithilfe
      einer Überblasklappe für die obere Hand, wie sie Andreas Rogge anbietet, einen Tonumfang von 2,5 Oktaven eröffnen würde, wenn auch nicht vollchromatisch.
    • Ich habe schon einiges gemacht mit Fusion360 und dann ausgedruckt. Wenn man ein Objekt hat, einfach Rechtsklick beim Reiter links auf das Objekt und Save as STL.

      Werde das nun auch angehen. Die Spielpfeife habe ich ja 1:1 nachgebaut und mit nachräumen und Tonlöcher aufbohren funktioniert diese auch. Daher, jetzt Klappen drann designen und dann ausdrucken.
      PDH - Preiset das Hümmelchen
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    • Heute ist der Flachräumer mit 1:82,5 angekommen. Damit habe ich den Erstversuch einer Altspielpfeife ausgerieben (Halsöffnung 5mm) welche von den Tönen her bereits grob gestimmt hat.
      Die Grifflöcher sind gleich geblieben und mit dem ursprünglich verwendeten Rohrblatt wurde aus der F/G Altspielpfeife eine Bb/C Spielpfeife, also hat sich die Skala um eine Quarte erhöht.

      Der Klang mit geradem Rohrblatt war nach dem ersten Eindruck irgendwo zwischen Hümmelchen und Uilleann Pipes (tendenziell mehr), was ich auch anstrebe.

      Der Klang mit konischem Rohrblatt kann ich nicht beurteilen, weil das selbstgebaute Schäferpfeifenblatt (PS) das ich gemacht habe nicht richtig funktioniert,
      er dürfte ansich sehr angenehm sein und weniger scharf klingen. Eventuell wäre das die Möglichkeit eine Art "Narrow-Bore", "3/4" oder "Practice" - Schäferpfeife zu bauen
      bzw. um mit leiseren Instrumenten zusammenspielen zu können - oder eben als vollwertiges Übungsinstrument, im Vergleich zu halbgeschlossenen Hümmelchen.

      Ein Überblasen ist problemlos möglich. Bei verschiedenen, geraden Rohrblättern hat sich gezeigt das 2 Oktaven machbar sind. Ist das Blatt zu flach/ zu dünn,
      dann kippt der Ton nach 1,5 Oktaven in die erste Oktave zrück - ist das Blatt dick genug und entsprechend bearbeitet geht es weiter nach oben.

      Meine Überlegung einer Registerklappe halte ich weiterhin für sinnvoll, da so das Überblasen kontrollierbarer wird und beim Rohrblatt mehr das Augenmerk auf stabilere
      Intonation gelegt werden kann- wenn ich richtig liege.


      Das Klappensystem für die untere Hand entfällt, da es für mich nun definitiv nicht umsetzbar ist.

      Die Spielpfeife mit 5mm Halsöffnung ist für mein Empfinden noch etwas zu laut, knapp über der Lautstärke eines Scottish Smallpipes Chanters, so dass ich als nächstes Versuche mit 3,8mm/4,0mm/4,2mm
      Öffnung ausprobieren werde.

      Außerdem verschiedene Formen von Rohrblättern. Als Erstes ein leicht konisches Blatt, welches sich um den Faktor 0,825 verjüngen soll, was eine Verringerung der Breite um ca. 2mm bewirkt,
      bei 12-13mm Spaltbreite.

      Außerdem, ist am unteren Ende eine Birne/Trichter wie bei Stefan Widhalm vorgesehen, dort möchte ich verschiedene Innengeometrien ausprobieren um den richtigen Klang zu finden
      und gleichzeitig etwas über deren Auswirkungen zu lernen.

      Mögliche Varianten:

      flacher Trichter (wie Jürgen Ross -MA-Sack)
      tiefer Trichter (wie Klarinette)
      Teil-gedackter, tiefer Trichter (wie Zampogna)
      Ausgedrehte Birne (wie Oboe)

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    • Habe heute das Schäferpfeifenblatt nochmal etwas abgeschliffen, der Ton kommt dem der Tief-C-Schäferpfeife auf der Homepage von Andreas Rogge relativ nahe, allerdings deutlich schärfer.
      Das Blatt sollte dementsprechend breiter gestaltet sein für eine 3/4-Schäferpfeife, um den Klang weicher zu machen.

      Update:

      Mit der Hülse die Mattis einmal für seine Tief-D-Forschung im sackpfeifenbau-Forum gepostet hatte, habe ich ein Reed mit 11mm Breite aus den Kawkas Kefir Bechern gebaut,
      dazu die Mensur einer A-Borderpipe verwendet und diese passt auch grob, mit den Fingerlochdurchmesser einer Scottish Smallpipes, Halbtöne funktionieren damit nicht -
      aber ein Überblasen bis D''' ist möglich, man hat also für eine Spielpfeife C/D den Tonumdang von 2 Oktaven + 1 Ganzton zur Verfügung.

      Gracenotes klingen noch relativ schwach, vermutlich hilft es die Spielpfeifendicke ( Anfang 15mm, Ende 21mm Länge ohne Birne 380mm) zu reduzieren und/oder Griffmulden mehr oder weniger tief anzubringen.

      Die Birne am unteren Ende ist 52mm lang und verfügt über einen tiefe Bohrung für den Verbindungszapfen, es folgt ein Konus 1:20 und ein ca. 16-20mm tichterförmig gewölbtes Ende,
      mit einem Durchmesser von 30mm.

      Der Klang tendiert weiterhin in die oben genannte Richtung, aber insgesamt "klarer" und "offener", mit Annäherung an klassische Instrument wie Oboe oder Fagott.
      Die Lautstärke ist leicht unter dem der Scottish Smallpipes (eventuell ist es auch nur Eunbildung durch den weicheren Ton), aber trotzdem noch deutlich über einem Ross Hümmelchen.


      Nach dem jetzigen Stand lässt sich sagen, dass der Klang durchaus Potenzial und die Entwicklung eines neuen Instrumentes nach sich ziehen könnte,
      der Klang aber nichts mehr mit einem Hümmelchen gemein hat. Deshalb werde ich - bis auf eventuell die Spielpfeife, zu einem späteren Zeitpunkt - die Entwicklung in diese Richtung stoppen.

      Stattdessen wird es wohl doch ein mehrborduniges Hümmelchen, in Anlehnung an Stefan Widhalm.

      Bei der Festlegung auf eine bestimmte Griffweise bin ich noch unschlüssig, auch wenn ich die Vorteile von halbgeschlossener vom Schotten her kenne -
      so erscheint mir deutsche oder barocke Griffweise "richtiger".

      Tendenziell favorisiere ich momentan die barocke Griffweise gegnüber der offenen wegen folgenden Punkten:

      - Intonation und Chromatik
      - durch den Gabelgriff für f (Sopranblockflöte) wird man etwas ausgebremst, man spielt meines Erachtens bei barocker Griffweise genauer - und weniger schludrig und schnell.

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    • Bei der momentanen Entwicklung einer F-Altspielpfeife ist mir aufgefallen, dass die Position des Registerloches doch Auswirkungen hat - nämlich auf den Tonumfang.
      Bei den Versuchen mit einer Sopranspielpfeife ist es zuvor nicht aufgefallen, da nach oben ohnehin sehr wenig Spielraum vorhanden war.

      Ein Registerloch sollte deshalb immer möglichst nah am Reedsitz angebracht werden, es sei denn, man will den Tonumfang bewusst beschränken.
      Endgültig festgelegt wird der Tonumfang durch das Rohrblatt, falls es sich nicht überblasen lässt entspricht der höchste erzielbare Ton dem Grundton des Rohrblattes.

      Eine Altspielpfeife lässt sich mit einem Rohrblatt mit Grundton in C (selbiges findet auch für Sopranspielpfeifen Verwendung) mithilfe einer Registerklappe
      auf 2,5 Oktaven erweitern. Bei den Versuchen heute, war der höchste erzeugte Ton Bb'' - H'' wäre durch noch weiteres nach oben Verschieben sicher auch noch möglich.
      Die Position des letzten Versuches war bei 44mm.

      Die Frage " Lücke durch Duodezime" stellt aber weiterhin ein Problem dar. Es würde meiner Meinung nach zwei Lösungen gebn:

      1. Neben der A'-Klappe eine H'-Klappe zu platzieren, welche bei Nichtbetätigung der A'-Klappe ein Bb' erzeugt - allerdings kann ich mir nicht vorstellen wie ein flüssiger Wechsel ins obere Register funktionieren soll
      2. Eine weitere Klappe für den rechten Daumen - wobei hier wieder die technischen Mittel die Möglichkeiten begrenzen - die über zwei Wippklappen beide Resonanzlöcher verschließen könnte.
      Notfalls bestände auch die Möglichkeit ein Bb durch Verschließen der Resonanzlöcher mithilfe der Oberschenkel zu erzeugen, die Spielpfeifenlänge macht es zumindest möglich.

      Das Überblasregister bei einer 5mm Innenbohrung und PS-Blatt (Topfen-Quark) ist stabil genug um auch Verzierungstechniken spielen zu können.





      Momentan bin ich noch untentschlossen, ob ich das Überblasregister überhaupt verwenden soll - da ich einen Tonumfang von 1,5 Oktaven als für mich ausreichend empfinde.

      Eine Überlegung wäre, stattdessen die oben genannte 3 Klappenlösung zu verwenden und statt der Registerklappe eine c''-Klappe anzubringen.

      Sollte dies auch nicht möglich sein, würde es bei zwei Klappen A' und Bb' bleiben.

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      Nachtrag: In meinen Protokollen bin ich anfangs des Jahres bereits zu dem Schluss gekommen, das die weiter oben bereits erwähnte Klappenmechanik für den unteren Daumen die sinnvollste Variante
      wäre, um den flüssigen Wechsel ins Überblasregister zu ermöglichen. Damit wäre die Erweiterung nach unten bis C# gegeben, mit einem Rohrblatt in D oder E wäre vermutlich ein Tonumfang von
      3 Oktaven möglich - eine Klappe für das Tief-C wäre in Anbetracht dessen, vermutlich kein Problem.

      Die Erkenntnis daraus: Zylindrisch gebohrte, mit Doppelrohrblatt ausgestattete Spielpfeifen bieten somit die Vorraussetzungen sich den "klassischen" Musikinstrumenten, Oboe und Klarinette
      im Tonumfang anzunähern. Eine auf gleiche Weise erweiterte Spielpfeife in Tenorlage könnte mit diesen vermutlich gleichziehen, jedoch stellt sich die Frage, ob sich

      1. Der Tonumfang sich ohne weitere Klappen nach oben überhaupt realisieren lässt, da die Spielpfeifendicke die Anbringung von Mechanikern erschwert
      2. Das Rohrblatt in dieser Höhe möglicherweise die Luftsäule gar nicht zum schwingen bringen kann
      3. Vermutlich wäre mit Doppelrohrblatt eine Bohrung von 7-8mm nötig (Tenorlage) um eine angemessene Lautstärke zu erzeugen, womit wir uns technisch am
      ehesten einem Praetorius-Bock annähern dürften.
      4. Die Greifbarkeit der Mensur sowie Chromatik
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      Ich habe mich für die Variante mit einer c''-Klappe entschieden, über die Anordnung der Klappen werde ich mir in nächster Zeit Gedanken machen.

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    • Hier mal eine Variation der Mechanik für 3-bordunige Schäferpfeifen oder Borderpipes.

      Der Bordunstock ist von unten hohl gebohrt, der Quartbordun ist in einem Messingrohr untergebracht, so ist es möglich den Interferenzeffekt (?) zwischen Bass und Oktave
      zu nutzen, was in Sachen Klang und Stimmstabilität ein großer Vorteil ist.

      In das untere Ende wird eine Platte aus Aluminium eingeklebt. Die Mechanik wird dann in einem Wechselstock geschützt und gehalten. Der Durchmesser der Platte beträgt 42mm,
      der Einbindeteil hat einen Durchmesser von 45-46mm, der Innendurchmesser des Bordunstocks beträgt 40mm. Die Mechanik ist für Bordunstöcke mit
      Außendurchmesser 48-55mm ausgelegt, wobei durch Neigung des Bass-und Oktavborduns nach außen bereits um 1°-Grad sehr viel Raum für die Gestaltung und Dickenvariation der Bordune vorhanden
      ist. So sind auch Bordune mit Resonanzkammern oder Trichtern möglich. Der Bordunstock hat eine Gesamtlänge von Ober-bis Unterkante von 160mm. Die Höhe der Mechanik beträgt weitere 20mm.

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    • Heute habe ich versuchshalber mal ein Rorhblatt für eine Kaba Gaida hingemurkst.

      Da das Fußstück enger gebohrt ist bzw. in englischen Beschreibungen auch von einer sich zum Fuß hin verjüngenden Bohrung
      die Rede ist ( obwohl nach Mick's Aussage die Bohrung zylindrisch ist) ist die Zunge herumgedreht und verjüngt sich zum Ende hin.


      Das hat zwei Gründe:



      1. Feilt man das Rohr ab, dann entsteht - je nach Neigung (der Winkel in den Bildern ist zu übertrieben!) ein parabelförmiger/keilförmiger Durchlass.
      Normalerweise ist es so, das man bei den tiefen Tönen (also im vorderen Teil der Zunge) eine sich erweiternde Öffnung hat und
      somit nimmt auch das Durchsatzvolumen zu.

      Hier zu sehen bei Banton & Woodson:


      [Blockierte Grafik: https://scontent.fdtm2-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/53110978_10161625191065078_8906133511715422208_n.jpg?_nc_cat=108&_nc_ht=scontent.fdtm2-1.fna&oh=4cc04991decabbc76aba16eda807ddea&oe=5D6109F5]


      Bei der Kaba Gaida ist es so, dass die tiefen Töne durch die stattfindende Verengung der Bohrung ein geringeres Luftvolumen benötigen.
      Deshalb wird die schwingende Spitze herumgedreht, so dass auch die Durchgangsöffnung sich zur Zungenspitze hin verengt.


      2. Die Zunge verjüngt sich zu Spitze hin, zum Einen,weil die Zunge nicht über den Träger ragen darf, zum Anderen,
      weil durch den geringeren Luftsdurchsatz eine Zunge aus Carbon oder PS, bei gleichbleibender Dicke nicht mehr
      ausreichend in Schwingung versetzt werden kann.


      Hier die Bilder des Versuchs:





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      Nachtrag:

      So sollte es aussehen








      Hier noch die Maße für das Rohrblatt - eventuell muss die Innenbohrung auf 5,0-6,0mm verkleinert werden, da ich momentan noch mit einem Konus von 1:82,5 herumprobiere.
      Ob der Konus für die Chromatik Vorteile hat kann ich nicht sagen, für das Überblasen hat es jedenfalls keinerlei Vorteile, die Spielpfeife überbläst weiterhin wie ein Instrument mit
      zylindrischer Bohrung in die Duodezime.

      Kaba Gaida Synthetic Chanter Reed in E_Mi.pdf


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      Prototyp eines "Ghost Drone" - es handelt sich dabei lediglich um ein Gedankenspiel.

      Es handelt sich dabei um einen Sopran oder Sopraninobordun der oberhalb des Bordunstocks nicht ausreichend Platzt hat, so dass er ins Stock-innere versetzt wird.Sichtbar bleibt lediglich ein Knauf - der Bordun lässt sich durch herausziehen stimmen und anschalten, durch hineindrücken wiederum abschalten.
      Die seitliche Bohrung hat zudem den Vorteil, dass die Ausbreitung des Schalls durch Drehen bestimmt werden kann - also möglichst weg vom Ohr.

      Der Bordun wird dann in eine Bohrung im Inneren des Stocks eingesetzt/geschraubt.





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    • Mal ein Zwischenbericht:

      In den letzten 3 Monaten habe ich mich vorrangig mit dem Bau neuer Werkzeuge und Kunststoffrohrblättern für die geplanten Spielpfeifen beschäftigt.

      Unter anderem sind in dieser Zeit mehrere Rundräumer entstanden, mit den Koni 1:33; 1:26; 1:29; 1:41; 1:96 (lediglich Versuch für Kaba Gaida, später mehr dazu)
      - der Längste mit einer Schneidenlänge von 52cm.

      Die Grundform wurde mithilfe von Winkelschleifer und billigen Drehstählen auf der Drechselbank herausgearbeitet, Ausgangsmaterial war jeweils eine Silberstahlrundstange mit
      1-2mm größerem Durchmesser als der Maximaldurchmesser des Spielpfeifenkonus um demenstprechend auch genug Schneidenlänge zum Nachreiben zur Verfügung zu haben.

      Eine Hohlkehle ist auf den Bildern noch nicht vorhanden, wurde aber später mit Winkelschleifer, Dremel und Teileinrichtung herausgeschnitten und angeschliffen.

      Die Schneide wurde in 3 bis 4 Abschnitte unterteilt, wobei zuerst die Mitte bearbeitet wurde, gefolgt von der Spitze - die je nach Konus 1/4 bis 1/6 der Gesamtlänge ausmachte -
      sowie das hintere Ende, welches immer 1/3 zur Gesamtlänge ausmachte.

      Die Maße wurden jeweils dem Konus entsprechend jeden Millimeter Dickenzuwachs kontrolliert. DIe Stange wurde zusätzlich mit der Lünette abgestützt, um das Ganze so stabil wie möglich zu machen.


      Hier der 1:33 Rundräumer für eine Schäferpfeife, wo man die Aufteilung sehr schön sieht:



      Hier der fertig gedrehte Rundräumer 1:29, mit Durchmesser 4-22mm:




      Daneben sind außerdem mehrere Flachräumer aus Maschinensägeblättern entstanden z.B. 1:36,5.
      Aus einem alten Kreissägeblatt habe ich zudem Flachräumer zum Ausreiben von Chalumeau und Marktsack und entsprechende Flachräumer für die Übergangskoni (Stcihwort: Expotentialtrichter) herausgeschnitten. Das Sägeblatt hat außerdem für Hümmelchen-Birnen - in Anlehnung an die Instrumente von Stefan Widhalm - in diversen Stimmungen gereicht, wobei ich diese höchstwahrscheinlich
      teilweise neu machen muss, weil das Aufkleben der Schablone aus normalem Papier eher suboptimal war.


      Zu den den jeweiligen Spielpfeifen gehören neben den Räumern auch entsprechende Hülsendorne, hier die fertige Hülse eines Hümmelchens:




      An einem Kreisaugenbohrer habe ich mich auch versucht, dieser funktioniert auch gut - ist allerdings mit 13,5mm Durchmesser doch recht groß.


      - Und ganz brühfrisch nun Folgendes:

      Vor einiger Zeit hab ich bei Boehm Tools mal den Katalog durchforstet um das Problem mit den Säulchen zu lösen. Die von Boehm angebotene Bohrlehre kostet um die 500€
      und besteht aus feststellbaren Bohrbuchsen, die auf einer Dreikantschiene sitzen. Im Grunde eigentlich relativ simpel.
      Nun habe ich mir etwas ähnliches gebastelt und wie man sieht, funktioniert es auch.
      Die Säulchen habe ich übrigens aus dem Modellbau, später werde ich noch den Sechskant abdrehen - damit es schöner aussieht.





      Morgen soll noch eine Bohrlehre für die Achsstifte hinzukommen um Nadelfedern verwenden zu können, und die letzten Maschinenreibahlen müssen noch auf die Verlängerungsstäbe aufgelötet werden,
      dann müsste in Sachen Werkzeugbau eigentlich alles erledigt sein.


      Bis zum Ende des Jahres habe ich mir noch vorgenommen eine Kaba/Djura-Gaida zu bauen, den Rest nehme ich mir 2020 vor - oder 2021 jenachdem wielange es dauert.

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      Wo wir nun zum Thema Gaida kommen.

      Ich habe mittlerweile relativ viel ausprobiert. Für die Spielpfeife habe ich unter anderem Koni 1:50; 1:69: 1:96 ausprobiert, weil teilweise im Internet die Rede davon ist, dass die Spielpfeifenbohrung sich
      zu Ende hin konisch verjüngt. Im Nachhinein hat sich aber gezeigt, das eine gestufte, zylindrische Bohrung den besten Klang abliefert.

      Einen Testbordun habe ich ursprünglich mit einem glockenförmigen Schallstück gebohrt, nachdem Ton und Lautstärke nicht passten, habe ich nun einen Flachräumer in Expotentialtrichterforn
      (wie in dem im Forum verlinkten, französischen Artikel) fertigt um das Schallstück dementsprechend ausreiben zu können.

      Was die Rohrblätter betrifft, so ist obige .pdf nicht mehr aktuell. Ich habe weitere Versuche dahingehend gekommen und mein letzter Prototyp eines Chanter-Reeds war mit einem
      1:50 Konus gebohrt und mit einer gerader Bahn versehen und lieferte, meines Erachtens bisher das beste Klangergebnis, nebst Stabilität.

      Inwieweit die Aufbinderichtung der Zunge hierbei eine Auswirkung auf den Klang hat, versuche ich noch herauszufinden, da ich das aktuelle Blatt nicht mit dem vorigen vergleiche kann -
      da ersteres einen dreieckigen anstatt des parabelförmigen Schlitzes hat.

      Die Kaba Gaida soll außerdem noch mindestens eine Djura-Gaida Spielpfeife in Tief-A und/oder Tief-G erhalten - quasi als 2in1 Instrument - da man so den Bordun für beides nutzen kann.
      Vorgehesen ist für die Djura in Tief-A ein Konus von 1:32,5 und für die Tief-G 1:34.

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      Nachtrag: Was die Gaida Bohrung so ist nur das untere Ende enger gebohrt, die restliche Spielpfeife ist durchgängig mit demselben Durchmesser gebohrt.

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    • Mittlerweile sind die Mensuren für die im Thread marktsack.de/community/index.p…mensuren-h%C3%BCmmelchen/ aufgezählten Spielpfeifen errechnet.

      Der Grundton der Rohrblätter ist für alle C6, was dem Grundton des Doppelrohrblattes einer Sopranspielpfeife entspricht. Oberhalb sind zwei Klappen vorgesehen, der höchste Klappenton ist durch den
      Durchmesser von 20% sowohl als Klappenton, sowie als Registerklappe nutzbar.

      Die Überlegung war, eine Klappe für den Halbton unterhalb anzubringen, um den vollchromatischen Übergang zur Duodezime zu überbrücken.
      Davon bin ich fürs Erste abgewichen, da die Pläne zum einen der Allgemeinheit dienen sollen und eine solche Klappe doch etwas anspruchsvoller zu fertigen ist (mind. 245mm Länge bei der Tenorspielpfeife)
      und der Klangeinfluss der Birne durch ein zusätzliches Loch minimiert wird.

      Bei den Tenorspielpfeifen könnte eine zweite Registerklappe den Tonumfang von drei Oktaven ermöglichen, jedoch ist unklar welchen Durchmesser dieses zusätzliche Registerloch haben muss.
      Außerdem sind die Tenorspielpfeife ohne Doppellöcher vorgesehen, da aufgrund der Griff-Spannweite vermutlich eher die Gefahr besteht, das diese nicht richtig abgedeckt werden können bzw.
      ohnehin nicht spielbar sind. In Tenorlage sind also höchstens teilchromatische Spielpfeifen möglich, es sei denn man plant weitere Klappen ein.




      Diese Spielpfeifen sind mein "geistiges Eigentum", ich habe keinen Hersteller kopiert. Auch wenn - wie unschwer zu erkennen ist -
      das die Design von Stefan Widhalm inspiriert ist, insbesondere die Birnen, so habe ich weder eine Spielpfeife von ihm
      gesehen oder vermessen! Die Bordunmaße sind ebenfalls völlig frei entanden.

      Die "Wiener Stubenpfeife", wie ich sie nenne, unterscheidet sich im wesentlichen in folgenden Punkten von einem "historischen" Hümmelchen:

      - Vollchromatik (zumindest innerhalb der ersten Dezime)
      - eine weitere Innenbohrung für mehr Lautstärke
      - Überblasbarkeit
      - Bordune entsprechen im Bohrungsverlauf lauteren Sackpfeifen, wie Uilleann Pipes und Borderpipes
      - Im Klang sonorer als herkömmliche Hümmelchen

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    • Schaut sehr spannend aus.
      Ich bin ja stolzer Besitzer von Sopranino(F), Sopran(C) und Alt(F)-Spielpeifen (Widhalm) mit jeweils 2 Klappen.
      Heuer wird sich noch eine Tenor(C) Spielpfeife (bzw. ein ganzes Instrument) hinzugesellen (Dreier).

      Weiters habe ich noch ein "Bass Krummhorn" welchem ich gerne mal einen Sack verpassen würde, dann würde es glatt als Bass Hümmelchen durchgehen. :D
      Aber länger/tieferes kann ich mir nicht mehr vorstellen.

      Deine "Birnen" sehen denen von Stefan nicht besonders ähnlich.
      Stefan's Hornenden weiten nach unten hin nur außeinander und begradigen sich dann den letzten "cm". Zusätzlich hat man einen Deckel den man runternehmen kann.
      Mit Deckel klingen die unteresten Töne wohlwollender und passen besser zu den oberen Tönen. Alles klingt lieblicher.
      Ohne Deckel ist alles etwas lauter, und weniger lieblich.

      Ich würde deine Instrumente gerne in der Realität sehen und hören!
      PDH - Preiset das Hümmelchen
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    • In den letzten Tagen habe ich mir Gedanken dazu gemacht, wie man den böhmischen Bock verbessern könnte.

      Eine Tief-D und eine Hoch-H Klappe finden teilweise bei anderen Herstellern Anwendung,
      ich habe eine Tief-Eb-Klappe und eine Tief-Bb-Klappe hinzugefügt.

      Grund dafür ist, das z.B. ein Bock in F ja eigentlich in F/Bb spielt. Durch die zusätzlichen Klappen
      sind so die kompatiblen Tonarten B-Dur, G-Moll, D-Moll und C-Dur möglich. Außerdem umfasst der Tonumfang somit
      eine Dezime (eine Klappe für Hoch-Eb wäre theoretisch möglich, die Intonationsschwierigkeiten sind aber wahrscheinlich zu groß)
      und eröffnet auch die Möglichkeit in C-mixolydisch zu spielen und damit das Repertoire z.B. in Richtung Ungarn und Schottland zu erweitern.

      Als Letztes ist noch ein Entwurf für das Multirohrblatt-System zu sehen, im Wesentlichen besteht es exentrisch gebohrten Zylinder, der in einem
      Drehwinkel von 120° zwischen den beiden Rohrblättern schaltet. Ein Bordun mit der physikalischen Länge von F2 (=982mm) lässt sich somit auf
      Bb1 (=1472mm) umstimmen. Durch ein zusätzliches Umstimmloch lässt sich auf jeden Fall G2 realisieren, für C2 muss eventuell ein zweites Umstimmloch
      vorhanden sein, falls sich über die Stimmzüge nicht ausreichend ausgleichen lässt.

      Der Rohrblatträger hat einen Durchmesser von 24mm, mit je zwei Bohrungen von je 8,0mm. Ob sich eine kompaktere Bauweise erzielen lässt,
      ist noch fraglich, da auch Zentrierzapfen benötigt wird um den Träger auf das Schaltsystem auszurichten.






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    • Hej ho,
      spannend, denke selbst hin und wieder über Böcke nach und hab da immer noch (zumindest gedanklich) Pläne.
      Meines erachtens hast du aber irgendwie einen Denkfehler drin, ist möglicherweise aber auch ein philosophisches Problem.
      1. Grundstimmung: Ein Bock in F spielt meines erachtens theoretisch nicht in F und Bb sondern in F und C.
      Ich denke da sozusagen halbgeschlossen, ein Tief C (also 23pouces) spielt ja auch in C und F.
      2. von daher zu den Klappen:
      D Klappe macht Sinn, weil der Ton sonst fehlt oder man immer mit dem kleinen Finger rechts spielen muss.
      H Klappe macht Sinn wenn man C als zweiten Grundton annimmt - aber nur wenn ein C Bordun vorhanden wäre.
      Erweiterung nach oben: Es Klappe ginge meines Erachtens sicher, die hoch E Klappe bei Säckpipas in D funktioniert auch,
      ist sogar einen halbton höher, und ist ja quasi das gleiche Instrument. Frage ist ob Es Sinn macht, wenn
      man von den Grundtönen C und F und nicht Bb und F ausgeht.
      Erweiterung nach unten: Es Klappe find ich gut, wenn man bei meinen Stimmtönen bliebe wär evtl. eine As-KLappe für den
      kleinen Finger links sinnvoll. Tief Bb ist dann philosophischer Natur, je nachdem ob man er ein Bb für F-Dur/C-Moll mochte, oder ein B (sprich H)
      als Leiton in C.
      Erfahrungsgemäß sind Erweiterungen bei Einfachrohrblättern schwierig da das Blatt je größer der Tonumfang um so schwerer einustellen ist.
      Würde also ehr B als Bb empfehlen.
      Gibt's da praktische Erfahrungen deinerseits - soll heißen, gibt's die Pfeife schon in echt - zumindest als Prototyp ohne Klappen?

      Bordun:
      Mal abgesehen von den erwünschten Tönen seh ich folgendes Problem:
      So ich das richtig verstehe erzeugst du mit zwei verschiedenen Blättern bei gleicher Länge des Borduns zwei verschiedene Töne.
      Setzt man voraus das du beide Bordune wirklich stabil haben willst wird das schwer.
      Vermutlich müsste man den Bordun dann sozusagen als Kompromissbordun konstruieren.
      Das heißt er wäre für den hohen Bordun zu lang, für den tiefen zu kurz.
      Führt wahrscheinlich dazu das der hohe nur mit Vorlaufgeräusch anspringt, der tiefe zu instabil ist.
      Frag mich da selbst immernoch, ob man evtl. mi einem Bordununterteil mit zwei Borhungen arbeitet,
      wobei man dann die Länge so anpasst, das die eine Bohrung kürzer, die andere länger ist. Kürzen selbstverständlich
      auf der Rohrblattseite des Unterteils. Man müsste dann nur noch die Bohrungen hin und her schalten.
      Was dann im Zweifelsfall die tote Bohrung als Effekt hervorbringt weiß ich nicht, wär aber evtl. einen Versuch Wert.

      Das mal als Gedankengänge meinerseits - hoffe es klingt nicht übermäßig nach Kritik,
      wollte nur mal die Schwierigkeiten anführen die ich so sehe.

      In diesem Sinn,
      Liebe Grüße,
      Mattis
    • mattis schrieb:

      Gibt's da praktische Erfahrungen deinerseits - soll heißen, gibt's die Pfeife schon in echt - zumindest als Prototyp ohne Klappen?

      Das mal als Gedankengänge meinerseits - hoffe es klingt nicht übermäßig nach Kritik,
      wollte nur mal die Schwierigkeiten anführen die ich so sehe.

      Nein, einen Prototyp gibt es nicht, es ist lediglich eine Visualisierung meiner Gedanken - und Kritik ist solange sie konrstruktiv ist und/oder berechtigt ist auch angemessen.

      Zu den Punkten die du angesprochen hast, will ich versuchen, meine Gedanken auszuführen.

      Die Stimmung:

      Die reintönige Stimmung schränkt die Auswahl der spielbaren Tonarten ein, deshalb gibt es ja die Bezeichnungen G/C, A/D, etc..
      Um in C/F zu spielen, müsste der Bock auf C gestimmt sein, er wird aber auf F gestimmt - als zweite Dur-Tonart muss die Quarte
      oberhalb folgen, also Bb und so bin ich auf F/Bb gekommen.

      Mick hat bezüglich der Tonarten glaube ich mal gesagt, das man es als Faustregel ansehen kann das ausgehend vom Grundton jeweils +/-# sinnvoll ist.

      Theoretisch entspricht der Tonumfang eines Bocks in F nicht dem einer Tief-C Spielpfeife, sondern einer D/G Spielpfeife und der höchste Ton ist ein d'.
      C-e-f-g-a-bb-c'-d' ist die Skala des Bocks im Vergleich zur Halbgeschlossenen C-d-e-(f)-f#-g-a-h-(c')-c#'-d'.

      Die Klappen:

      Die Hoch Eb-Klappe würde aus meiner Sicht deshalb Sinn machen, weil es die Quarte zu Bb bildet und das E als große Septime zu F ein eher
      unwichtiger Ton ist - bei einer Stimmung in C wäre es durchaus wichtig, weil es die Dur-Terz bildet und die Skala so fortgesetzt werden kann.

      Die Ab-Klappe wäre auch im Hinblick auf die Borduntöne sicher sinnvoll, jedoch weiß ich nicht, inwieweit die Stimmung in F, das Spiel in C-Moll zulässt.
      Andererseits könnte gerade in den entstehenden Dissonanzen ein gewisser Reiz bestehen, so das es deutlich düsterer klingt.

      Die Bb-Klappe ist dazu da um die Skala zu ergänzen, damit sie der einer Tief-C Spielpfeife entspricht. Das tiefe Bb bildet nicht nur den Leitton
      für Bb-Dur, sondern ermöglicht eben auch die Möglichkeit in C-mixolydisch zu spielen und die F-Dur-Tonleiter zu ergänzen, so werden auch die
      Intervalle der Skala eingehalten.


      Der Bordun:

      Ich habe es unter anderem versucht, im Thread "Bestimmung von Bordunen" und "Multirohrblätter" auszuführen.

      Es ist ja durchaus üblich, das Bordune um 1/3 gekürzt werden - auf die Quinte oberhalb. Der A-Bass einer Scottish Smallpipes ist physikalisch eigentlich 780mm lang,
      in der Realität aber 520mm, was einem E-Bariton bei physikalischer Länge entsprechen würde.

      Letztlich könnte man die Länge eines Borduns beliebig anpassen, es gibt dabei eigentlich nur zwei bestimmende Faktoren:

      1. Der Grundton des Rohrblattes
      2. Der vom Bordun zu erzeugende Ton

      Wenn ich z.B. ein Rohrblatt habe welches den Grundton F4 erzeugt, dann muss der Bordun eine Länge von 982mm haben, damit ich F2 erhalte.
      Habe ich als Grundton ein A3, müsste der Bordun theoretisch 405mm lang sein, bei C4 wäre er 650mm lang - was einem C3 Bordun entsprechen würde.

      Ich gehe allerdings davon aus, das die Verkürzung um 1/3 bewusst gewählt wurde, da sie am physikalisch Stabilsten sein dürfte. Beim böhmischen Bock taucht dieses
      "Phänomen" auch auf, es ist also überregional vorhanden.

      Zur Bordunbohrung ist Folgendes zu sagen:

      Normalerweise muss das Luftvolumen zunehmen, je tiefer der Ton ist, wenn die gleiche Lautstärke beibehalten werden soll. Der vekürzte Bock-Bordun (der eigentlich ein Bb-Bordun wäre)
      hat eine Innenbohrung von 8,0mm. Bei physikalischer Länge von F2 muss die Bohrung 10,0mm betragen.
      Da sich das Luftvolumen linear/proportional verhält, ist die Schalleistung die Hinten rauskommt die Gleiche. F2 lässt sich also auch mit einem Bb2-Bordun und 8,0mm Bohrung erzeugen.

      Wenn man die Rohrblattzungen betrachtet, sieht man das die eine breiter ist. Die normale Zunge (F2) ist 6mm breit, die zweite Zunge (Bb1) ist 9mm breit. Auch hier gilt wieder das
      Verhältnis 3:2 - die Luftschlitze unter den Zungen sind in der Breite auch nach Diesem bemessen, wobei der Bb1-Schlitz um 3:2 länger ist (ob das zusätzlich zu den anderen Zuwächsen notwendig ist, weiß ich leider nicht).

      Deshalb halte ich eine Bordunbohrung für ausreichend.


      Was das Umstimmloch betrifft, so könnte man es noch etwas kleiner bohren als 8,9mm (= 10,0mm: 1,125; 1/8 somit ein Ganzton einer Oktave) z.b. 8,5 oder 8,0mm -
      denn zwischen F/G und Bb/C ist die Differenz zum Umstimmen ca. 40mm und ich nehme an, dass sich das so durchaus kompensieren lassen könnte.

      Der kleinere Durchmesser des Umstimmloches sorgt eigentlich für einen tieferen Ton, jedoch ist die Luftsäule des Bb's ja deutlich länger, so dass der Effekt vermutlich vernachlässigbar sein dürfte.

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    • Spannend, spannend.
      Wäre neugierig da mal irgendwann ein reales Instrument zu sehen.
      Zur Grundtonauswahl:
      Klar, du kannst natürlich nach Bb gehen, an sich kein Problem.
      Wär für mich nur komisch, da F die plagale, Bb die autarke Skala ist.
      Von autark nach plagal eine Quinte zu haben statt einer Quarte wär einfach anders as die meisten intuitiv denken.
      Spricht aber an sich nicht's gegen.
      Zum Bordun:
      Hab da aus der Praxis meine Zweifel, hängt aber schwer an der angestrebten Stabilität.
      Hab da mal in meinem Privatkopf zwei Kategorien eingeführt:
      1. Säckpipastabil und
      2. Franzosenstabil.
      Bei Säckpipas, Böcken und allem was sonst so mit Aufschlagzunge in der Spielpfeife (also normalerweise nicht überblasbar) muss der Bordun nur auf
      einem Druckniveau stabil sein. Ist viel einfacher einzurichten, weil jedes Druckfenster über (auch unter, spielt hier aber keine Rolle) dem Spielpfeifendruck
      keine Rolle spielt. Stöpselt man bei diesen Instrumenten mal die Spielpfeife zu, und gibt ordendlich Druck geht er Bordun meist ganz schön nach oben.
      Mich stört das, zum einen aus Prinzip, zum anderen wei dann Techniken wie das hochquetschen des höchsten Tons um einen Halbton (üblich bei der Säckpipa)
      mit einer Bordunschwankung einhergeht. Hab daher bei meinen Säckpipas einen franzosenstabilen Bordun verbaut -
      Was heißt, der Bordun ist auch bei erhöhtem Druck noch stabil (klar, leichte schwankung gibt es immer, aber eben nicht so krass)
      Ich finde diesen Stabilitätsanspruch aber bei Bordunen mit mehreren Umstimmtönen schwer zu realisieren.
      das System Blatt - Länge - Bohrung ist da je nach zu erzeugendem Ton manchmal ganz schön kitzlig.
      Schon ein Bordun mit einem Umstimmloch kann da eine Herausfordung sein.
      Mal eben den gleichen Bordun mit einem anderen Blatt betreiben um einen anderen Ton zu erzeugen - schwierig.
      Slebst wenn's geht wird's meiner Meinung nach schwieriger je größer der Abstand der Töne wird.
      Du planst nun einen F Bordun nach Bb umzustimmen - unzwar nach unten also um eine Quinte tiefer.
      Abgeshen davon das ich nicht glaube das es geht - lass mich von der Praxis überzeugen - wär eine Quarte tiefer sicher leichter umzusetzen.
      Da wären wir dann wieder bei C.

      Naja, alles in allem fahren wir da zwei verschiedene Ansätze - und was Böcke angeht beide auch nur in unseren Privathirnen.
      Spielpfeifenmäßig einfach nur verschieden, beim Bordun geht's halt um die Glaubensfrage - und die angestrebte Stabilität in der Praxis.
      Wie gesagt, wäre neugierig auf einen realen Prototyp,

      Liebe Grüße,
      Mattis