aller anfang ist versuchslabor

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • aller anfang ist versuchslabor

      hallo bordungemeinde,,,, tja wie geht sowas richtig.. mein erster versuch mit den g franzosen plan vom sackpfeifenbau. mein konus ist auch mit neuem flachräumer zwar deutlich besser aber halt immer noch leicht "3eckig". mein rohrblatt ist in einer ross pfeife schon mal gelaufen aber bei mir stimmt halt gar nix ah apropos stimmt wie stimmt man eigentlich wie man sieht hab ich irgendwann einfach wild rumgefräst ..alle töne waren viel zu tief jeder tipp oder systematische ansätze sind mir willkommen.... na
    • Zuerst einmal wäre es wichtig die Ursache zu kennen.

      Ich rate jetzt einfach mal ins Blaue und sage, das du den Rohrblattsitz vor dem Ausreiben des Konus aufgerieben/gebohrt hast.
      Das Problem dabei ist, das der Räumer bzw. dessen Führungszapfen keinen Halt mehr hat und durch die Torsion die auf den
      gesamten Räumer wirkt anfängt zu "springen" - oder badisch, z' hoppse - und so die Kehle ( engste Stelle der Innenbohrung)
      ausschlägt.

      Wenn du den Konus direkt ausgerieben hast, anstatt stufig zu bohren, kann das auch mitunter eine unrunde Bohrung erzeugen.

      Der Rohling sieht so aus als wäre er aus Eiche - ich habe abseits vom Dudelsackbau schonmal etwas daraus gedrechselt,
      aber ich würde zu feinstrukturierteren Hölzern raten.

      Ich würde eher zu Buche raten, immerhin wurden die ersten Entwicklungen Richtung Marktsack mit Besen-und Werkzeugstielen
      aus Buche gemacht - soweit ich mal gelesen habe. Die Werkzeuge müssen ordentlich scharf sein, da Buche ziemlich fasert.

      Mögliche Bezugsquelle für Buchenholz

      Teure Alternative in passender Länge für Schäferpfeife

      ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Zweitens zum Thema Stimmen - dieses macht natürlich erst Sinn, wenn der Innenkonus akzeptabel ist.

      Bei Instrumenten mit extrem kleinen Grifflöchern, wie z.B. Hümmelchen gibt es die Variante mit vertieften Griffmulden
      welche sich durch herunterfeilfen etwas Stimmen lassen - ansonsten bleibt nur Stimmwachs und Flüssigholz.

      Bei größeren Grifflöchern - ab Northumbrians Smallpipes aufwärts - werden die Grifflöcher hinterschnitten.

      Hier ein Bild von der Homepage von Mike Nelson:



      [Blockierte Grafik: http://www.machineconcepts.co.uk/smallpipes/r19.gif]


      Geeignet dafür sind Winkelfrässtifte und Kugelfräser. Außerdem soll es sich auf den Klang auch positiv auswirken - bei Klarinetten ist des Standard.

      Auf Youtube die "How it's Made" Videos zu verschiedenen Musikinstrumenten anzuschauen kann ich durchaus empfehlen.

      -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Drittens - inwieweit stimmen die beiden Mensuren überhaupt miteinander ein?

      Wenn ich mir das Rohrblatt ansehe und am Rohling die unteren Töne zu tief sind, ist es durchaus möglich, dass das Rohrblatt in Richtung Lippen zu breit wird - oder zu zu dünn geschliffen ist -
      und dementsprechend das Rohrblatt nicht zur Mensur passt.

      Grundsätzlich würde ich unbedingt zur Anschaffung von "Kompendium zur Akustik der Blasinstrumente" und "Schema zur Bestimmung der Löcherstellung auf Blasinstrumenten" raten.

      moeck.com/de/verlag/buecher/ho…mentenbau.html?no_cache=1
    • Wichtig ist, erst einmal einen Fuß in der Tür zu haben - soll heißen, wenn du die Spielpfeife von Grund auf neu baust, brauchst du ein sicher funktionierendes Blatt. Umgekehrt benötigst du eine funktionierende Spielpfeife, um ein Blatt bauen zu können. Wenn du bei beidem bei Null anfängst, hast du es sehr, sehr schwer...
      Daher: sicherstellen, dass dein Blatt in Ordnung ist, also in einer bekanntermaßen funktionierende Pfeife testen - "ist irgendwann schon mal gelaufen" reicht nicht aus.
      Als nächstes: alle Spielpfeifen aus heimischen Hölzern müssen vor dem Stimmen geölt werden, um die Holzporen zu verschließen. Eine ungeölte Pfeife kann locker einen Halbton oder mehr zu tief sein. Für die meisten Hölzer ist Leinöl die beste Wahl, am besten 24 Stunden im Öl lassen. Danach mindestens eine Woche warten, vorher sind Stimmversuche sinnlos.
      Buche würde ich nicht empehlen, sie lässt sich zwar gut drechseln, aber schlecht bohren, und ist auch sehr porös, da wirst du mindestens zwei- bis dreimal ölen müssen, bis es einigermaßen dicht ist. Als Holz für Versuchsobjekte eignet sich Ahorn sehr gut - er kostet nicht viel, ist problemlos in allen denkbaren Abmessungen zu beschaffen, hat eine gute Dichte, und man muss nicht weinen, wenn mal ein Stück danebengegangen ist.
    • Hallo Oli!

      Mick hat meine volle Zustimmung in allem, was er geschrieben hat.

      Wenn alle Töne zu tief sind, würde ich den Hauptkonus noch weiter in den Rohling einbringen - sprich die Reibahle tiefer eintreiben.

      Was weiter auch eine Hilfe sein könnte wäre zuerst einmal zu versuchen einen funktionierenden Chanter mit einem funktionierendem Rohrblatt zu kopieren. Dann kannst du sicher sein, dass es nicht am Rohrblatt liegt sondern an der Spielpfeife, die du gebaut hast.

      Trau dich einfach, etwas Holz kaputt zu machen. Viel Erfolg,
      Thomas