Anfängerfragen

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    • Anfängerfragen

      Hallo liebe Dudlergemeinde!

      Ich habe vor, mir in näherer Zukunft einen Dudelsack zu kaufen.
      Leider habe ich (noch) nicht so viel Plan von der ganzen Materie (speziell Musiktheorie macht mir irgendwie Angst xD). Immerhin kann ich ein paar Lieder auf der Blockflöte spielen und habe mir auch schon so eine Übungspfeife zugelegt. Einige grundsätzliche Fragen sind allerdings noch offen, die ich gerne vor der Kaufentscheidung noch verstehen wollen würde...

      Was ist der Unterschied zwischen einem Instrument, das in A-Moll spielbar ist, und einem, das in G-Dur und A-Moll spielbar ist? Ich dachte immer, dass die üblichen Pfeifen mit dem Ton G (bzw. C) anfangen und den Unterschied zwischen Moll und Dur macht dann nur oben der eine Halbton, also ob ich F oder Fis spiele. Und ich bin davon ausgegangen, dass ich bei jeder Pfeife die beiden Töne spielen kann ("normal" oder Gabelgriff). Gibt es auch Pfeifen, wo man nur F oder nur Fis spielen kann (z. B. wie bei einer Übungspfeife)? Oder hat das was damit zu tun, wie/ob der Bordun gestimmt werden kann?

      Zum Instrument selber: Ich hätte gerne etwas in G/A, damit ich auch mal mit anderen was zusammen spielen kann und die meisten Leute, die ich kenne, G/A-Instrumente haben. Allerdings würde ich auch oft in geschlossenen Räumen spielen wollen. Daher suche ich etwas in G/A, was auch nicht zu laut ist. Die Hümmelchen sind ja standardmäßig in C/D und die normalen Dudelsäcke sind ziemlich laut. Auf dudelsackwerkstatt.de habe ich gesehen, dass es eine "Kleine Mittelalterliche Sackpfeife" gibt. Diese wäre in A-Moll oder G-Dur/A-Moll (siehe oben) erhältlich und ich würde vermuten, dass sie nicht ganz so laut ist, wie ein "normaler" Dudelsack. Kennt sich da jemand aus oder hat konkret Erfahrung mit dem Teil? Ist das auch was für "drinnen"?

      Zum Schluss noch eine Frage zu diesen Übungspfeifen, die haben immer so einen Gummi oder Stöpsel, mit dem man ein Loch bei F/Fis dauerhaft stopfen kann, um zwischen Dur/Moll zu wechseln. Man kann also den Gabelgriff nicht üben. Kann mir jemand sagen, warum das so ist? Ich habe mal gelesen, dass das was mit der Bohrung (konisch/zylindrisch) zu tun hat. Aber warum bohrt man das dann nicht einfach so, dass es ist wie beim richtigen Dudelsack? Wäre es dann als Übungspfeife zu laut oder so? Ich finde gerade den Gabelgriff ziemlich kompliziert, besonders, wenn man schnell spielen muss. Und ausgerechnet das kann ich auf der Übungspfeife nicht üben xD

      Vielen Dank vorab für aufschlussreiche Antworten und viele Grüße :)

      Meticus
      Blutiger Anfänger, aber metizinisch gut versorgt. Skål.
      youtube.com/channel/UCXI0G-IlMZ5WrC35wvVSDFw
    • Hallo,

      ich versuche mal deine Fragen zu beantworten.
      Ich gehe davon aus, dass du vom Marktsack sprichst. Der Grundton dieses Instruments ist in der Regel das a'. Diese Ton liegt am 6-Finger loch. Daher bis auf das letzte Tonloch, den Leitton, sind alle Löcher geschlossen.

      Nun hat man auf diesem Instrument die Möglichkeit in A-dorisch/moll zu spielen. Weiters Sollte D-Plagal auch gut gehen, aber das ist nun nebensächlich.

      Nochmal zum Leitton: dieser liegt unterm a' und wäre dementsprechend das g'.
      Nun kann man, wenn man alle Löcher schließt auch in G spielen. Allerdings, je nach Spielpfeife klingt das gut oder gar nicht gut. (Stimmung).

      Prinzipiell ist das aber eher eine Notlösung als dass man das wirklich ständig nutzen würde. (Meine Meinung)


      Das mit den Gabelgriffen beim Marktsack kann ich nicht beantworten.


      Christian Dreier baut, soweit ich weiß, leisere Varianten von Martsäcken.

      Dieser Practive chanter ist wohl eher dazu gedacht, zwischen Schottischer und Marktsack - Stimmung zu wechseln.
      PDH - Preiset das Hümmelchen
      You know, Internet is a dangerous thing with all that sheet music out there...
    • Hallo,

      Subi hat eigentlich schon viel gesagt.

      Es gibt oft A-Säcke, die man mittels Umstöpseln an den Bordunen auf "G" umstimmen kann (Dann lassen sich oft Stücke spielen, die in etwa G-Dur entsprechen oder schottisch angehaucht sind). Aber das Ergebnis ist nur selten ideal - oft lassen sich die Bordune nicht bei alllen Tönen schwebungsfrei zur Schalmei stimmen. Bei meinem 33-bordunigen Fischer-Sack muss ich den kleinen Bordun abschalten, ansonsten wabbelt das Ganze.

      Deine Frage mit den Gabelgriffen:
      Das klingt so, als hättest Du eine der "Übungsflöten für mittelalterlichen Dudelsack" gekauft. Ich hatte das Ding auch. Damit kannst Du entweder Stücke spielen mit F oder mit Fis, je nachdem, ob der Stöpsel drin ist oder nicht. Danach richtet sich dann auch, ob, Du den Gabelgriff üben kannst oder nicht. Die Lehrbücher von Th. Zöller enthalten solche Stücke - in Band eins ist die Sache mit dem Stöpsel auch erläutert.
      Die Ursache ist im Wesentlichen die fehlende, konische Bohrung der Übungspfeife. Lässt sich nicht ändern, ist eben so. Macht aber kein Probleme, da die Übungspfeide doch eh nicht Dein Konzertinstrument ist. Zum Üben Stöpsel ruas bzw. rein, ist doch kein Problem.

      In der Praxis kannst Du auf den Marktsäcken F und Fis mit und ohne Gabelgriff üben, das geht aufgrund der konischn Bohrung der Schalmei. Manche Dudelsackbauer bringen auf Wunsch auch noch eine Daumenloch-Bohrung für den Daumen der unteren Hand an - dann kannst Du auch Cis (mit Gabelgriff) spielen - und musst den Daumen dann dort aber auch ständig halten, ansonsten, wenn Du keine Stücke mit Cis hast, dieses Loch mit Wachs zupfropfen (erleichtert dann das Spielen).

      Bei schottischen Säcken (GHB) wird das mit den Gabelgriffen nichts, die gibt es da nicht.

      Leise Marktsäcke - na ja, Steffen Fischer baut etwas leisere Säcke als z. B. Günzel. Leise sind die aber trotzdem nicht. Und mal ehrlich: Entweder Marktsack und laut (geht auch im Innenbereich zu spielen) oder Hümmelchen und fiepsig leise... (meine Meinung).

      Musiktheorie:
      Nicht soviel Gedanken machen ! Wenn Du Noten für den entsprechenden Sack hast hast - die gibts zuhauf - dann hast Du erstmal genügend mit Spielen zu tun. GGf. noch ein Metronom mit dazu, für den Rhythmus. Mehr braucht es erstmal nicht. Die meisten können und brauchen keine Kenntnisse bzgl. Transponieren, Komponieren etc. . Das kann einem nämlich auch den Spaß an der Freude vermiesen.
    • Hallo und frohes Neues :)

      Subi und Ralph, danke für eure Antworten, damit ist schon mal ein bisschen mehr Licht im Dudelsackdunkel.

      Ich habe die Marktsack-Übungspfeife von Folkfriends, aber vom Prinzip her ist die ja genauso, wie die aus der Sackpfeifen-Fibel.

      Das heißt, die Möglichkeit nur A oder A und G spielen zu können ist nur davon abhängig, ob ich die Bordune umstimmen kann, d. h. wenn man die Bordune zustöpseln würde könnte man theoretisch immer beide Tonlagen spielen?

      Ich habe mir im Internet mal ein paar Klangbeispiele für Hümmelchen angehört. Vom Sound her sind die ja kaum mehr als meine Übungspfeife xD Ich werde mich dann wohl doch eher nach einem leiseren Marktsack umsehen. Ich versuche mir immer noch Ralphs 33-bordunigen Fischersack vorzustellen :D

      Mal noch eine andere Frage, wo übt ihr denn eigentlich so? Wenn ich dann damit anfange, muss ich ja erstmal einzelne Töne spielen, um den konstanten Druck zu üben, das wird bestimmt ganz schön nervig für die Nachbarn :D Geht jemand in einen Proberaum? Oder irgendwo im Wald? ^^ Wenn ich jetzt zu lange motiviert bin, übe ich schon manchmal mit der Blockflöte oder Übungspfeife unter einer Bettdecke, mit dem Sack wird das dann eher schwierig :D

      Viele Grüße und einen guten Jahresstart :)
      Blutiger Anfänger, aber metizinisch gut versorgt. Skål.
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    • Meticus schrieb:


      . Ich versuche mir immer noch Ralphs 33-bordunigen Fischersack vorzustellen :D

      Mal noch eine andere Frage, wo übt ihr denn eigentlich so? Wenn ich dann damit anfange, muss ich ja erstmal einzelne Töne spielen, um den konstanten Druck zu üben, das wird bestimmt ganz schön nervig für die Nachbarn :D Geht jemand in einen Proberaum? Oder irgendwo im Wald? ^^ Wenn ich jetzt zu lange motiviert bin, übe ich schon manchmal mit der Blockflöte oder Übungspfeife unter einer Bettdecke, mit dem Sack wird das dann eher schwierig :D

      Viele Grüße und einen guten Jahresstart :)
      Oh ja, ich habe immer viel zu tun, die 33 Bordune zu stimmen .... :rofl:

      Aber noch mal zum Thema Lärm:

      1.
      Als Mieter einer Wohnung oder eigner eines Hauses darf man bis zu 2 Stundne täglich, außerhalb der mittäglichen und nächtlichen Ruhezeiten und außer Sonntags, Musik machen bzw. üben. Berufsmusikern wird noch mehr gestattet. Verbieten kann das der Vermieter/die Nachbar nicht. Und dabei ist das Instrument egal (Die Sackpfeifenmusik mag zwar laut sein, viel nerviger sind jedoch (falsche) übungen auf der Violine oder Sopranblockflöte) !

      2.
      Es ist gar nicht so laut.

      Ich dachte das auch erst.

      Mach aber einfach mal folgenden Test:

      Alle Fenster zumachen und dann in einem Raum (Tür zu den anderen Räumen zumachen) anfangen zu Üben. Einer soll sich dann draußen vor eines der Fenster stellen. Ich garantiere dir, er wird sagen, dass man zwar hört, dass da jemand irgendwie Musik spielt, aber nicht mal laut.

      Ich hab das mit einer GHB versucht, die ist nicht gerde leise. Smartphone vors Fenster gelegt, Aufnahme gedrückt und dann reingeflitzt und gespielt. Ergebnis: Wie eine leise (Nichtblock-) Flöte. Mehr nicht. Mach dir also keinen Kopp, spiel einfach (aber auf dem Sack mit Gehörschutz !)
    • Ok, gut zu wissen :)

      Ich werde bald herausfinden können, wie laut es tatsächlich ist, habe jetzt einen kleinen Marktsack von Christian Dreier bestellt :) Glücklicherweise war noch einer von einem vergangenen Spielkurs auf Lager, sonst hätte ich mich noch 13 Monate gedulden müssen ^^

      Der auserkorene Dudelsack-Lehrer von um die Ecke hat leider zur Zeit keine freien Kapazitäten, daher werde ich mir das Spielen wohl erstmal im Selbstversuch aneignen :D Ich habe schon Teil 1 der Sackpfeifen-Fibel. Meine ersten Fortschritte werde ich dann mal auf Youtube hochladen, um ein paar Tipps und Kritik von erfahrenen Spielern einzusammeln :)
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    • Also der Sack ist inzwischen da! Zu Anfang habe ich gleich mal drauf losgedudelt, das klang natürlich furchtbar schief :D

      Ich versuche das Spielen mit der Sackpfeifenfibel zu lernen, da steht drin man sollte erstmal ca. 3 Monate das Druckhalten mit dem Bordun üben. Ich glaube allerdings nicht, dass ich die Geduld aufbringen kann, 3 Monate lang die Spielpfeife nicht anzufassen :D Ich werde wohl versuchen, mich mit Melodiespiel und Druckübungen abzuwechseln ^^

      Wie genau stimmt man eigentlich den Bordun? Mein Gehör ist leider noch nicht so gut ausgeprägt, einfach so drauf los zu stimmen. Ich habe mir im ersten Versuch mit einem Keyboard-A als Referenz beholfen. Aber wenn man keine Hilfsmittel hat, muss das ja auch irgendwie gehen. Gleichzeitig einen Vergleichston von der Spielpfeife anhören, den Sack gefüllt halten und dann noch am Bordun rumschieben ist schon eine motorische Herausforderung :rofl: Oder immer den Bordun 1 mm verstellen, Sack aufblasen und gucken wie's mit dem Spielpfeifen-A klingt, das könnte jedoch unter Umständen ziemlich lange dauern ^^
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    • Moin!

      Es gibt zwei Philosophien für das Lernen des Druckhaltens - erstmal nur Bordun oder erstmal nur Spielpfeife. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Ob das zwingend drei Monate dauern muss, hängt davon ab, wie schnell man die Motorik "ins Rückenmark bekommt". Was ich, wenn ich es noch nicht kann, nicht tun würde, ist, Bordun(e) und Spielpfeife gleichzeitig zu betreiben - du weißt nie, was gerade stimmt und eierst fröhlich durch den Garten der Misstöne. Dabei das Gehör so zu schulen, dass du den Bordun sauber stimmen kannst, ist zumindest schwierig.

      Wenn du mit dem Bordun anfangen willst, sieh zu, dass die Spielpfeife keinen Ton produziert: nur so fest drücken, dass der Bordun und noch nicht die Spielpfeife anspringt, wenn das bei deinem Sack geht (und wenn du als letzte Zuflucht VORSICHTIG das Rohrblatt rausnimmst und den Rohrblattsitz zustöppelst - wäre allerdings nicht meine Wahl). Insgesamt reagiert der Bordun immer unempfindlicher auf Druckschwankungen als die Spielpfeife, damit kommst schnell zu Erfolgen und das motiviert natürlich auch. Wenn du dann die Spielpfeife dazunimmst, wackelt es erstmal wieder, aber du weißt schon besser, wo die Reise hingeht und an welchen Stellschrauben du motorisch drehen musst.
      Du kannst auch mit der Spielpfeife anfangen und den Bordun zustöpseln. Du brauchst ggf. länger, um einen stabilen Ton zu erreichen, bist dann aber auch am Ziel und kannst das Druckhalten mit mehreren Tönen üben - ist auch zielführend und vielleicht etwas abwechslungsreicher.

      Wenn du den Bordun stimmen willst, ohne dass dein Gehör schon darauf trainiert ist, würde ich erstmal ein Stimmgerät an den Bordun halten (und wenn du die Spielpfeife am Sack "abwürgst", damit sie dir nicht dazwischentutet). Wenn du dann gelernt hast, einen stabilen Druck zu halten, hörst du auch, ob der Ton der Spielpfeife zum Bordun passt - wenn du zu viel oder zu wenig Spieldruck aufbringst, beeinflusst das ja auch die Tonhöhe der Spielpfeife, gerade in den oberen Tönen.

      Was ich auf keinen Fall tun würde, ist immer wieder an- und abzusetzen, gerade, wenn du noch nicht weißt, was wieviel Druck braucht, wie du diesen hältst und was wie klingen muss. Wenn du es schaffst, damit einen sauber gestimmten Bordun zu bekommen, solltest du auch Lotto spielen. Mit Spiel 77. Und Glücksspirale.

      Dies alles wäre mein ganz persönliches Herangehen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Vielleicht haben die erfahrenen Lehrer in diesem Forum auch bessere und praktikablere Ideen aufgrund eines reicheren Erfahrungsschatzes.

      Liebe Grüße,
      Andreas
      Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.
    • Hallo Meticus,
      hier im Forum über die Jahre immer mal wieder zu den typischen Anfängerfragen "Druck halten" und "Bordune stimmen" geschrieben worden. Such einfach mal danach (Suchfunktion oben rechts) und lies dich durch einen Sack von Beiträgen dazu.
      z.B. hier zum Beispiel ein Thread mit aus meiner Sicht empfehlenswerten Beiträgen von Arno, Kristof und mick zum Thema "Druck halten".

      Und tue dir einen großen Gefallen: LASS DIE FINGER VON DEN ROHRBLÄTTERN! Die Rohrblätter kann man eigentlich als das Herz des Dudelsackes ansehen. Und es wäre keine gute Idee, wenn ein Medizinstudent im ersten Semester als erstes mal 'ne Herz-OP probiert. ;)

      Ansonsten: nix geht über einen guten Lehrer - gerade für Anfänger besonders wichtig. Zur Not auch per skype.

      Gruß
      T.
    • Thomas hat Recht,

      Hände weg vom Rohrblatt. Und das mit den drei Monaten hängt vom eigenen Talent und der Übungshäufigkeit ab.

      Wenn Du nur den Druck auf dem Bordun / Bordunen halten willst, und somit die Spielpfeife nicht anspielen willst, so nimm diese - vorsichtig ! nicht am unteren Ende drehen sondern am Ansatz zum Stock - aus dem Stock heraus und stöpsele den Stock mit einemP fropfen ebenso zu, wie Du die Bordune ggf. zustöpseln würdest (mittels Kork-oder Gummistopfen).

      Ich würde allerdings mit der Variante "geschlossene Bordune - offene Spielpfeife" anfangen, da sist abwechslungsreicher. Du kannst dann z. B. auch einfache "Kinderlieder" spielen, da hörst Du dann auch, wenn etwas schief klingt,ohne dass Du Ahnung von den mittelalaternativen Stücken haben musst.

      Dann Spielpfeife abschalten/abstöpseln und nur mit einem Bordun das Druckhalten üben (bzw. imWechsel, damit es nicht langweilig wird).

      Das Stimmen der Bordune auf die Spielpfeife:

      Wie schon von Andreas gesagt,mach erstmal die Anfängerübungen ohne irgendwelche Stimmgeschichten.

      Und nochmal: Hände weg vom Rohrblatt der Spielpfeife: DIE SPIELPFEIFE IST VOM DUDELBAUER NORMALERWEISEIMMER GESTIMMT, DIE MENSUR STIMMT IN DER REGEL (zumindest am Anfang, mit derZeit kann sich das Ganze etwas verziehen).

      Das heißt:
      Suche Dir ein einfaches Lied in der passenden Tonart: So etwas wie "Morgen kommt der Weihnachtsmann", "Alle meine Entchen", "Hänschenklein" etc. (Ich weiß jetzt nicht aus dem Hut, ob die auf der zu Deinem Sack passenden Tonart liegen...) und übe das nur mit der Spielpfeife, bis es passt, Du wirst hören, wenn Du schief spielst (zuviel/zu wenig drückst).

      Dann übe nur das Druckhalten mit dem Bordun.

      Dann Spielpfeife und Bordunzusammen mit einem Ton spielen üben, will heißen, nur den Ton X spielen bei einem offenen Bordun und halten - und dabei gelichzeitig stimmen:

      Wie geht das ?
      Es gibt normalerweise einen Referenzton, auf den die Bordune gestimmt sind. Meist ist das bei A-Säcken das "a" der Spielpfeife. Aber, meist stimmt man mit diesem "a" nicht die Bordune, da sie in einem gewissen, tonalen Abstand zur Spielpfeife stehen (höher oder tiefer).

      Das muss man musiktheoretisch am Anfang nicht verstehen. Man muss bloß wissen, welchen Ton man zum Stimmen der Bordune auf der Spielpfeife anspielen muss. Das kann Dir in der Regel der Dudelbauer sagen.

      Um es am Beispiel meines Fischer A-Sackes zu machen:
      Dort spiele ich "E"als Stimmton auf der Spielpfeife an, wenn ich den Bassbordun - das ist der Große/Lange - stimmen will (Ich beginne meist mit dem Bassbordun, andere beginnen mit dem Tenor-/Oktavbordun...ist eigentlich wurscht).

      Alle Bordune bis auf den Bassbordun sind zugestöpselt.

      Den Bassbordun dann auseianderziehen- das heißt, alle Stimmzüge soweit aufziehen, bis man den Anfang der Wicklung sieht.
      Dann einen Stimmzugaussuchen, den man zum Stimmen bewegen will (am besten den, an den man von der Größe her am Besten herankommt).

      Den anderen etwa auf 3/4 der Länge zwischen Sockel und Wicklungsbeginn zusammenschieben - sieht so meist recht gut aus - und so belassen. So hast nur "eine Stellschraube", mit der Du Dich befassen musst und veränderst nicht zu viele Variablen gleichzeitig, das vermeidet Fehler.

      Den Spielpfeifenreferenzton anspielen und dann langsam den zu Stimmzug des zu stimmenden Borduns zusammenschieben(andere verfahren andersherum, und ziehen den Stimmzug zum Stimmen auseinander- ist wurscht).

      Du wirst hören, wenn Bordun und Spielpfeife zusammenpassen - Der Spielpfeifenton stimmt im Zweifel (für einen Anfänger) immer, wenn man stetig ausreichend bläst !.

      Stimmt der Bordunton nicht zum Spielpfeifenton hörst Du das durch „Wabbeln“ des Gesamttones:
      Das hört sich ähnlich an wie die amerikanischen Polizeisirenen, nur langgezogener und tiefer.

      Wenn Du Dich dem Gleichklang beider Töne durch zusammenschieben des Stimmzuges näherst, wirst Du hören, dass das Wabeln abflacht und schließlich verstummt. Dann stimmen beide Töne überein und der Bordun ist auf die Spielpfeife gestimmt.

      Daher solltest Du, um das Wabbeln gut zu hören, am Anfang das auch in einem Innenraum üben, da gibt esrecht gute Resonanzwerte, draußen ist das manchmal für Anfänger schwierig.
      Passen Bassbordun und Spielpfeife stimmst Du die anderen Bordune und zwar entweder wieder nach dervorangehenden Methode mit einem zu greifenden Referenzton (bei meinem Fischer A- Sack ist das für den Oktavbordun das "D").

      Das ist bequem, hat abereinen Nachteil:
      Manchmal stimmt das Verhältnis zwischen den Bordunen aufgrund von Temperaturschwankungen etc. nicht mehr. Das heißt dann, dass wenn Du jeden Bordun zu einem Referenzton der Spielpfeife stimmst, jeder Bordun allein mit dieser übereinstimmt. Aber eben nicht mit den anderen Bordunen, die ihrerseits aber auch mit der Spielpfeifeübereinstimmen. Also „eigentlich ideale Verhältnisse“ nicht ideal zusammengefügt werden können. Da kannst Du leicht wahnsinnig werden.

      Das vermeidest Du, indem Du die folgenden Bordune in derselben Weise wie beschrieben auf den bereits auf die Spielpfeife gestimmten Bordun stimmst.

      Will heißen:
      Spielpfeife und Bassbordun anspielen. Diese haben aufgrund des Abgestimmtseinsbereits einen Gleichklang, also eigentlich eben einen “Gesamtton“, den Du hörst. Dann den stimmenden Bordun hinzunehmen und solange dessen Stimmzüge zusammenschieben/auseinanderziehen, bis kein Wabbeln mehr zu hören ist.

      Das Schöne:
      Dazu brauchst du nicht mal ein Stimmgerät.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ralph ()

    • Moin zusammen!

      Vielen Dank für eure vielen hilfreichen Tipps! :)

      Zu Anfang habe ich jetzt den Bordun erstmal nach Andreas' Vorschlag mit einem Stimmgerät gestimmt. Wenn ich etwas fortgeschrittener bin, werde ich mal die etwas schwierigere Methode von Ralph ausprobieren. Jedoch habe ich nur einen Bordun, daher wird es dann noch etwas einfacher.

      Die Rohrblätter werde ich natürlich nicht anfassen, ihr habt mich überzeugt. :angel:

      Ich habe jetzt erstmal die einfachste Druckhalteübung mit einem Bordun gewählt. Dazu habe ich mal ein Übungsvideo aufgenommen, das werde ich unten mit verlinken. Vielleicht könntet ihr ja mal schauen, ob ich das ungefähr richtig mache und ob die Haltung stimmt (das Anblasrohr ist zumindest immer gut erreichbar), nicht dass ich mir gleich zu Anfang grobe Fehler aneigne. Der Bordun springt bei mir relativ früh an und der Ton ist schon ziemlich final, kurz bevor die Spielpfeife einsteigt, daher kann ich auch mit angeschlossener Spielpfeife üben.
      Am besten funktioniert der konstante Ton, wenn ich nach dem Vollblasen den Sack zusammendrücke. Der schwierigere Teil ist, den Ton zu halten, wenn der Sack schon etwas leer gedrückt ist und ich wieder anfange aufzublasen, da kommt es so gut wie immer zu Schwankungen.

      Demnächst werde ich noch das Druckhalten mit der Spielpfeife üben und dann immer mal wechseln, um die besagte Abwechslung reinzubringen. Wenn das dann einigermaßen funktioniert, versuche ich mich nächste Woche mal an den Kinderliedern, wie von Ralph vorgeschlagen. Die ganze Zeit nur einen Ton spielen wird auf die Dauer schon arg eintönig. Und auch die Nachbarn brauchen Abwechslung. :D

      Viele Grüße

      Meticus

      youtube.com/watch?v=lxVxtc5GAx8
      Blutiger Anfänger, aber metizinisch gut versorgt. Skål.
      youtube.com/channel/UCXI0G-IlMZ5WrC35wvVSDFw
    • Ich habe mir das Video angesehen.

      Gwöhne dir gleich an, nicht ständig zu pusten. Gerade nur mit dem Bordun an, sollte die Luft im Sack lange reichen.
      Der Sack darf Spürbar/Sichtbar leerer werden. In der Zeit wo du nicht pustest, kannst du normal weiter Atmen.
      Wenn du das Gefühl hast, dass eine Lungenfüllung im Sack fehlt, dann ist der richtige Zeitpunkt Luft nachzufüllen.

      Natürlich ist es "schwieriger" in der Ausführung als ständig zu Pusten, allerdings auf dauer auch weniger Anstrengend.

      Das Zeitfenster in welchem man nicht pusten braucht ist von Instrument zu Instrument unterschiedlich und wird auch beeinflusst von der Anzahl der Pfeifen (Spielpfeife + x Bordune).
      Wenn man das aber mal gut kann, kann mans mit jedem Dudelsack. :D
      PDH - Preiset das Hümmelchen
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    • Also die Haltung des Mundstücks des Anblasrohres in der Mitte des Mundes gefällt. Das ist, auch wenn es nicht so "verwegen" aussieht, wie wenn Du es in den Mundwinkel klemmst, auch weniger ermüdend für die gesamte Gesichts- und vor allem die Lippenmuskulatur.

      Es ist eine Philosophie - aber sei es drum:
      Meine Ansicht ist nicht (!) mit aufgeblasenen Backen zu blasen. Das erhöht unnötig den vorhandenen, wie gefühlten Spieldruck "im Kopfbereich", überdehnt auf die Dauer die Wangen (Neigung Schlabberlook mit der Zeit) und sieht ausserdem Sch...aus....
    • Nochmal besten Dank für eure Ratschläge!

      Ich versuche jetzt nur so lange zu pusten, bis der Sack voll ist, nicht bis die Lunge leer ist :D
      Das habe ich wohl unbewusst in die Länge gezogen, um mich vor dem nächsten Druck-Zyklus zu drücken :D

      Das mit den aufgeblasenen Backen ist auf jeden Fall ein guter Hinweis, das werde ich mir schnellstmöglich abgewöhnen. Ich will ja nicht in 10 oder 20 Jahren aussehen, wie ein Hamster :rofl:
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    • Also ich bin noch fleißig am Druckhalten üben, inzwischen auch mit nur der Spielpfeife und einfachen Kinderliedern.

      Von Ungeduld getrieben, habe ich jedoch auch schon mal mit Spielpfeife + Bordun rumgetrötet, da ist mir zweimal der Bordun ausgegangen. Stimmt da was nicht mit dessen Innenleben, oder habe ich einfach zu viel Druck drauf gegeben? Oder war es vielleicht zu kalt (es waren ca. 15 Grad im Zimmer, als ich gespielt habe)?

      Und klemmt man sich das Anblasrohr für gewöhnlich zwischen die Zähne, oder macht das jeder anders?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meticus ()

    • Also die einfachste Möglichkeit für Anfänger, das zu klären, wäre eine Anfrage beim Dudelbauer.

      Meist ist es aber so, dass Du zuviel Druck ausübst, dann geht der Bordun aus, weil das Zuviel an Druck keine Schwingung der Stimmzunge am Dronereed/Reed des Bordunes mehr zulässt, sondern es einfach platt andrückt. Keine Schwingung - kein ton.

      Lösung bzw. Ursachenzusammenhänge:

      1.
      Normalerweise kann man mit den Positionen der Wicklungen/Bridles an der Stimmzunge des Dronereeds/Bordunreeds einstellen, wieviel Luft der Bordun verträgt, ehe er ausgeht. Damit kann man das Spielen schön luftsparsam gestalten.

      Das Ganze steht jedoch im Zusammenhang mit dem notwendigen Spieldruck für die Schalmei. Deren Töne verlangen nicht alle den gleichen Spieldruck. bei den hohen Tönen musst Du meist etwas mehr pusten/drücken (so auch bei einer Klarinette und auch bei einer Flöte).

      Stellt man die Blätter der Dronereeds auf zu wenig Luftverbrauch ein, kann es sein, dass Du bei dem Versuch, den notwendigen, etwas höheren Druck für das hohe G oder A aufzubauen, das Dronereeds bereits überlastest und es dann ausgeht. Der Druck ist dann zuviel. Und umgekehrt: Stellst man das Dronereed auf zuviel luftverbrauch ein, lässt sich die Spielpfeife schön spielen, der Bordunn verbraucht aber irre viel Luft und Du bist nur am nachpusten/Drücken.

      2.
      Aber:
      In der Regel sind bei einbordunigen Instrumenten bzw. gut gewarteten Instrumenten im Bereich des Marktsackes die Einstellungen vom Hersteller her so, dass das Verhältnis stimmt. Es liegt also meist daran, dass man am Anfang aufgrund fehlender Übung noch nicht das Gefühl heraus hat, wieviel Druck insbesondere die hohen töne der Spielpfeife "nur" benötigen und somit nur sovile drückt/nachpustet.

      Hinzu kommt Pank beim Üben, die dann das kommando bewirkt: "Pusten und Drücken, bis die Hütte kracht" - oder dann eben der Bordun ausgeht.

      3.
      Es gibt noch eine Ursache, die vom Vorangesagten grundverschieden ist, bei dem dann aber der Bordun auch bei den tiefen Tönen ausgeht:

      Du spielst sehr nass (insbesondere Anfänger spucken viel in die Säcke). Die Feuchtigkeit setzt sich auf und insbesondere zwischen die Stimmzunge des Dronereeds und den Reedkörper und wirkt wie Feuchtigkeit zwischen zwei Glasscheiben: Beides klebt aufeinander. Ergo: Ton gleich null.

      Da hilft nur:
      Bordun raus aus dem Stock und VORSICHTIG ein Blatt Papier oder Zellstoff zwischen Zunge und Reedkörper schieben und wieder hervorziehen, um die Feuchtigkeit zu entfernen.
    • ...und Anblasrohr zwischen die Zähne klemmen: Ich würde es aus mehreren Gründen lassen. Es ist anstrengend für den Kiefer und zwingt den Kopf in eine bestimmte Haltung. Das ist auf Dauer auch belastend und nicht gut, wenn du mal mit anderen zusammenspielst, denn da drehst du auch mal den Kopf und schaust zu den anderen. Nicht zuletzt ist so ein zerkautes Mundstück ziemlich igittibapfui.

      Auf deinen Videos sieht es nicht so aus, als wäre es für dich ein großes Problem, das Anblasrohr mit dem Mund zu erreichen. Ich würde es so weitermachen, zumindest dein 10. Video wirkt recht entspannt. Das ist gut. Wenn du es möchtest, könntest du natürlich probieren, den Sack unter dem Arm noch ein paar Grad zu drehen, so dass das Anblasrohr zentral vor dem Mund hängt und du den Kopf nicht mehr drehen musst, um es zu erreichen - falls das keine Kompromisse an anderer Stelle erfordert.
      Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.