Selbstbau - Rohrblattbau - Rohrblätter für Sordellina, Hümpogna & Musette aus PS

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      bagpipesociety.org.uk/articles…pring/setalla-sordellina/


      Der Artikel bei der bagpipesociety zur Sordellina wurde aktualisiert - aus den neuen Informationen wird klar, dass mein Plan einige Fehler aufweist.


      1. Die Stimmung D/G gilt wohl bei A=392Hz, dass Instrument ist also eigentlich in C/F

      2. Die Sopranspielpfeifen müssen dementsprechend um ca. 30mm länger sein um C4 zu erreichen

      3. An der tieferen Sopranspielpfeife müssen Fingerlöcher und Klappen um einen Ganzton verschoben werden (die Mensur unverändert, nur die Anordnung ändert sich).

      Dadurch entfällt die Hoch d'-Klappe und die Eb Klappe wird um 180° gedreht, dann stimmt die Klappenanordnung mit dem historischen Vorbild überein.

      4. Marco Tomassi weist darauf hin, dass er sich bei der Innenbohrung an der Musette orientiert hat. da alle der von Bart van Troyen vermessenen Instrumente eine Innenbohrung

      von 4,0mm - deren Maße er auf seiner Website zur Verfügung stellt - würde ich die Innenbohrung der Sopranspielpfeifen ebenfalls auf 4,0mm verengen.



      So dürfte das Lautstärkenverhältnis zwischen den Sopran- und der Basspielpfeife auch ausgewogen sein, wenn man sich die Innenbohrungen

      marktsack.de/community/index.p…mensuren-h%C3%BCmmelchen/ anschaut.

      5. Die Bassspielpfeife muss noch mit einem Austrittsloch für das tiefe F versehen werden. Die Position sollte in etwa 25mm von der Oberkante des Trichters entfernt sein.

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      Das Ganze ist nun bei den weiteren Versuchen zu den PS Blättern für die Musette de Cour eingeflossen. Die Hümpogna wurde hier hinzugefügt, weil die Rohrblätter für Sopran- und Bassspielpfeife
      der Sordellina jeweils an die Mensur einer Sopranspielpfeife von Jürgen Ross und an eine Altspielpfeifenmensur von mir angepasst wurde - welche auch für die Hümpogna als Vorlage dienten.

      Diese Rohrblätter haben im Vergleich zu normalen Hümmelchen Rohrblättern mehr Mitten und klingen weniger grundtönig. Ich gehe derzeit davon aus, dass je spitzer die Blätter zulaufen (vergleichbar mit dem Konus bei Spielpfeifen),
      desto stärker nehmen die Höhen bzw. der Obertonanteil zu. Gerade bei tieferen Tönen macht diese Blattform Sinn (siehe Praetorius Bock bei Jürgen Ross), da sie weniger dumpf klingt.

      Eine weitere Besonderheit ist, dass das Kürzen der Rohblätter kaum einen Effekt auf die Tonhöhe hat - die Breite spielt eine wesentlich größere Rolle, auch für die Mensur.

      Mit Messingrohren hat sich gezeigt, dass die Borduntöne (bei physik. Länge) jeweils einen Ganzton zu tief sind. Bei der Sordellina passt das zwar, bei den Rankettbordunen der Musette ist es jedoch ein Problem.
      Deshalb sind auch keine Bordune für die Rohrblätter angegeben - bis auf den C Tenor. Eigentlich ist auch dieser Bordun einen Ganzton zu tief - nämlich in Bb3 - aber dieser ist extra aufgeführt, weil das G6-G#6 dass dessen Rohrblatt erzeugt,
      wohl den höchsten Ton darstellt der den Bordun noch zuverlässig zum Klingen bringt. Der F/G/A Tenor ist mit der gleichen Bohrungslänge wie der Tenor C4 definitiv unmöglich - zumindest mit herkömmlichen Joghurtbechern.


      Theroretisch lassen sich die Sordellina Rohrblätter auch für die Bordune der Musette verwenden, die Rohrblatthülsen und Innenbohrungen müssen jedoch aufeinander abgestimmt werden.
      Für Krummhorn, Rankett, etc. dürften die Rohrblätter ebenfalls nutzbar sein.




      Hümpogna/Sordellina/[u]Musette de Cour Rohrblatt, Sopranspielpfeife(n) in C (A = 440Hz), Grande Chalumeau in F/Bb [/u](A = 392Hz) & D/G (A = 440Hz)

      Hülsenlänge: 36,0 mm
      Hülsendurchmesser: 5,0 mm x 0,5 mm
      Gesamtlänge Rohrblattzunge: 32,0 mm
      Aufbindeteil: 11,0 mm
      Breite: 12,0 mm / 5,0 mm

      Zwinge 3,0 mm oberhalb des Aufbindeteils


      Hümpogna/Sordellina Rohrblatt, Alt-/Tenorspielpfeife in C (A = 440Hz):


      Hülsenlänge: 36,0 mm
      Hülsendurchmesser: 6,0 mm x 0,3mm (Hümpogna 6,0 mm x 0,5mm)
      Gesamtlänge Rohrblattzunge: 38,0 mm
      Aufbindeteil: 11,0 mm
      Breite: 13,5 mm / 6,0 mm

      Zwinge 4,0 mm oberhalb des Aufbindeteils


      Musette de Cour Rohrblatt, Petite Chalumeau (F'-C'', A = 440Hz) & C Tenorbordun (A = 440Hz)


      Hülsenlänge: 31,0 mm
      Hülsendurchmesser: 4,0 mm x 0,5 mm
      Gesamtlänge Rohrblattzunge: 32,0 mm
      Aufbindeteil: 11,0 mm
      Breite: 8,0 mm / 4,0 mm

      Zwinge 3,0 mm oberhalb des Aufbindeteils




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      Geeignetes Rohrholz gibt es bei:

      georgrieger.com/de/hoelzer-260.html

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      01.09.25:

      Ich habe heute spaßeshalber die PS-Blätter der Sordellina in verschiedenen Spielpfeifen ausprobiert.

      Das Sopranrohrblatt lässt sich z.B. in einem Practice Chanter in C mit halbgeschlossener Griffweise von Jürgen Ross verwenden (Innenbohrung 4,5mm). Auch in einem gedruckten Prototyp eines SSP Chanters in A, mit gestufter Bohrung (eingangsdurchmesser 4,1mm), funktioniert es.

      Das Tenorrohrblatt (maßlich, welches eigentlich für die Bassspielpfeife des ersten Prototyps vorgesehen war) funktioniert in einem SSP von MCCallum in A (4,8mm Innenbohrung) problemlos, außerdem in einem Versuchsrohling einer Hümmelchen Altspielpfeife in F (mit zuätzlichen Tonlöchern für Erweiterungsklappen bis D3) mit 5,3mm Innenbohrung.

      Auffällig dabei war dass bei der Altspielpfeife die hohen Töne problematisch waren und bei falscher Einstellung des Rohrblatts zum Überblasen neigten, während die tiefen Töne, einschließlich D3 ausgesprochen
      stabil waren. Demnach sollte das Rohrblatt auch für eine Altspielpfeife geeignet sein. Dabei scheint es so, dass je länger die Luftsäule desto geringer fallen die Toleranzen bei der Durchmesserdifferenz aus (da durch die längere Luftsäule automatisch trotz geringerer Durchmesseränderung ein größeres Luftvolumen auszugleichen ist). Außerdem wirkt sich hier die Druckstabilität der Rohrblätter als Nachteil aus:
      Gibt es zwischen Windkapsel, Rohrblatt und Spielpfeife zu große Ungleichmäßigkeiten und z.B. der Druck fällt ein Stück ab, wird das Rohrblatt instabil und überbläst. In diesem Fall sollte die Windkapsel eine
      verengte Einlassbohrung haben um bei Druckschwankungen im Lederbalg diese zu dämpfen. Das betrifft aber nur die Altspielpfeife, daher gehe ich davon aus, dass die Innenbohrung für das Rohrblatt schlicht etwas zu groß ist und das der stabile "Funktionsbereich" sich in etwa bei 4,8-5,2mm bewegt (Hülse 6,0x0,3mm).

      Wie bereits geschrieben ist der Klang bei dieser Art von Rohrblättern mittiger, weniger nasal und stellt aus meiner Sicht für Hümmelchen ab Sopranlage abwärts eine ernstzunehmende Alternative zu den Rohrblättern mit parallelem Schnitt dar.

      Halbtöne sind auch spielbar, daher ändert sich an den Prozentverhältnissen zu Innenbohrung, die ich bei "Mensuren erstellen - Hümmelchen" aufgelistest habe nichts.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Schelmenkopf ()