Ich wollte nur mal sagen, dass...

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    • ... dass britische Militärhistoriker schon länger damit auffallen dass sie immer wieder von verschiedenen historischen Gegebenheiten/Artefakten vollmundig behaupten dies oder das sei das "Beste alle Zeiten"

      Viele werden sich noch an die Tage erinnern als britische Museumskuratoren vor die Kamera traten und behaupteten das japanische Schwert sei das aller großartigste und besteste überhaupt, es schneidet durch Eisenplatten ohne Schaden zu nehmen, britische Historiker die selbst in der kürzlich erschienenen Netflix-Doku über Samurai immer noch, nach über 40 Jahren, irgendwas vom "besten Schwert aller Zeiten" faseln, trotz der enormen Erkenntnisfortschritte der HEMA-Forschung. Oder die Sache mit dem Osten VS. Westen im Mittelalter, wo dieser oder jener promovierte britische Historiker (ich nenne mit Absicht keine Namen, diese sind mir aber sehr wohl bekannt, inkl. Quellen und Zitate) z.B. Osten als "absolut ultimativ besser" proklamiert und dabei Sir Walter Scott und Washington Irving wohl als "historische Quellen" auffasst :huh: :S

      Was hat das mit Sackpfeifen zu tun??? Nun, es war mal wieder ein britischer Militärhistoriker, der ausgerechnet die Great Highland Bagpipe zu... ich glaube jeder weiß schon was da kommen wird :D




      16:42 - "The highland bagpipe is the most developed and advanced form of bagpipe in the world."

      :rolleyes: Aha. :thumbsup:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von George ()

    • Hallo Thomas!

      Forum ist es nun das einzige, ja. Wobei man sagen muss, dass das Sackpfeifenclub Forum nicht mehr richtig funktioniert hatte.
      Frequentiert wurde beim Sackpfeifen wohl am ehesten die Börse.

      Auf Facebook gibt es aber deutschsprachige Gruppen:

      Sackpfeife und Dudelsack mit ~850 Mitgliedern.
      Schäferpfeife /Cornemuse du Centre ~ 400 Mitglieder

      Sackpfeifenbörse ~ 1100 Mitglieder (gerade genau 1111 :D)

      Drehleier ~ 750 Mitglieder

      Englische/Internationale gibt es auch so einige aber vor allem auch aktive Gruppen.
      Natürlich kann es noch weitere FB Gruppen geben, die kenne ich dann aber nicht.
      PDH - Preiset das Hümmelchen
      You know, Internet is a dangerous thing with all that sheet music out there...
    • subi schrieb:

      Forum ist es nun das einzige, ja.
      Es gibt noch die hier:
      musiker-board.de/forum/sackpfeife.149/
      musiktreff.info/tags/dudelsack/
      Es sind aber Unterforen je eines größeren Musikforums wo eben kreuz und quer über alle möglichen Instrumente diskutiert wird. Allerdings ist deren Posting-Aktivität auch relativ gering, besonders fürs 2021.
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    • Neu

      @Schelmenkopf
      1.7.4. Welche Griffweise hat die meisten Vorteile?


      Es kommt zuallererst auf die Musik an, die man spielen will. Auch ändert sich der Klangcharakter durch die Griffweise.
      Meiner Meinung nach bietet die halbeschlossene, französische Griffweise die meisten Möglichkeiten in Hinsicht auf Spieltechniken. Die Vorbehalte, dass die halbgeschlossene Griffweise schwierige ist als die offene sind unberechtigt - vergleicht man die Griffe mit einer Blockflöte stellt man fest, das die Griffe in deutscher Griffweise identisch sind. Lediglich wird die untere Hand bei Wechsel zur oberen Hand aufgelegt. Das Daumenloch zähle ich in diesem Fall nicht mit, da auch bei Spielpfeifen in offener Griffweise öfters ein zweites Daumenloch hinzugefügt wird, um eine saubere Moll-/Dur-Terz zu ermöglichen. Die französische Griffweise bietet durch die Halbtöne nicht nur den Wechsel zwischen der Haupttonart in Dur und Moll, sondern es sind im Sinne der Physik die passenden, diatonischen Tonarten spielbar. Vollchromatik hat unter Berücksichtigung des Borduns nur eingeschränkten Nutzen, der meist erst für semi-proffesionelle und proffesionelle Spieler interessant wird.
      Den Teil, wo französische Griffweise und die Halbtonerzeugung erwähnt werden, finde ich, so wie es geschrieben steht, etwas unvollständig.
      Es kann, besonders bei den Anfängern, der Eindruck entstehen als ob der Verfasser meint Halbtöne können nur durch die französische Griffweise und durch keine andere erzeugt werden, eine Auffassung die schon mal tatsächlich allen Ernstes auf dem legendären sackpfeifenbau.de im Kontext von "Marktsack VS Franzose" verbreitet wurde.

      Ich würde zuerst das "französische" vieleicht gar nicht erwähnen, denn die schottische Griffweise der GHB ist z.B. ebenfalls halbgeschlossen. Die halbgeschlossene Griffweise bietet den Vorteil dass die zum Wechsel zwischen der Haupttonart in Dur und Moll benötigten Halbtöne viel stabiler und sauberer erzeugt werden können als mit rein offener Griffweise, was besonders in der Verbindung mit dem intonationsstabilem Konus der Cornemuse du Centre/Schäferpfeife viel weniger Aufwand für den Anfänger bedeutet. Für welches "halbgeschlossen", schottsich oder französisch, sich der Leser entscheiden wird, sollte man eben dem Leser überlassen.

      Auch würde ich den Unterschied zwischen "offen" und "halbgeschlossen" noch weiter relativieren, da in der eigentlichen Praxis viele Instrumente, die man als "offen gegriffen" bezeichnet (Hümmelchen, Marktsack), eben mit zahlreichen "halbgeschlossenen" Gabelgriffen arbeiten.
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    • Neu

      ... dass es an der Zeit ist etwas Häretisches zu wagen und sich mit dem Marktsack endlich als A Wie Authentisch zu positionieren! :D

      Wenn ich irgendwo mit dem Marktsack in Gewand auftreten müste, dann wäre es...
      1). Ein Franziskaner-Habitus (Möchskutte), welches bereits in der Form für das 13 /14 Jh. bildlich belegt ist.
      2). Ein Marktsack von Jürgen Ross mit einer Spielpfeife von Jens Güntzel, für die äußere Form welcher es ebenfalls visuelle Vorbilder aus dem 14. Jh gibt.

      Und natürlich 3). Die Stimmung des Marktsackes. Und da haben wir doch die gute alte Rostocker Spielpfeife und die bisher vollständigste Rekonstruktion von @thomasrezanka als Referenzwert; tiefster Ton ein G und ab dem Sechsfingerton eine (mehr oder weniger) dorische Tonreihe bei rein offener Griffweise! Halbtöne durch Gabelgriffe, Bordun auf dem Sechsfingerton. Diese Spielpfeife wird ja auf das späte 14-te bzw. frühe 15-te Jahrhundert datiert und passt damit ziemlich gut ins "Gesamtbild". Aufgrund der Fundstelle dieses historischen Instrumentes kann man begründet annehmen dass es sich dabei um eine Sackpfeife handelte die von einfacher Bevölkerung gespielt wurde.

      Man kann den Ähnlichkeiten zwischen der Rezanka-Rekonstruktion und dem a-Dorischen Marktsack viele "Ja, ABER...." entgegen halten, Fakt ist, die Rostocker Spielpfeife ist das einzige physische Beispiel einer Sackpfeife aus dem historischen Mittelalter und die Rekonstruktion von Thomas Rezanka im Prinzip die einzige die eine R e k o n s t r u k t i o n darstellt. Alle bisherigen Versuche von dutzenden von Sackpfeifenbauern waren im Grunde keine "Rekonstruktionen", es handelte sich um "reverse engineering" welches ausschließlich auf historischen Abbildungen und Spekulationen basiert.

      Solange wir keinen weiteren Fund einer Sackpfeifen-Spielpfeife aus dem historischen Mittelalter erhalten, bleibt die Rostocker Spielpfeife der einzigste handfeste Beleg und Beispiel für eine mittelalterliche Sackpfeifen-Tonreihe bzw. Stimmung. Und eine "mittelalterliche" Sackpfeife, die das A-Prädikat für sich beanspruchen will, hat im Prinzip keine andere Wahl als sich an der Rostocker zu orientieren.

      Jede andere Vorgehendweise wäre quellenfreie Spekulation.
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