Projekt Notensammlung

    • Projekt Notensammlung

      Hallo Freunde,

      als nächsten schritt zur weltweiten Qualitätsverbesserung neomittelalterlicher Marktmusik haben wir das Projekt "Notensammlung" gestartet. 8)

      ok ganz so größenwahnsinnig wirds nicht, aber nachdem wir technisch aufgerüstet haben sind wir jetzt in der Lage Notationen der gängigsten Notationsprogramme zu bearbeiten. Die ersten Notensätze treffen jetzt nach und nach ein. Im Vordergrund steht die Aufarbeitung des bekannten Codex Verus für den Marktsack. Dazu wird fleißig transponiert und rhytmuskorrekturen der einzelnen Takte vor genommen. Hierbei ist von Anderen schon viel vorgearbeitet worden, sodass wir auf breite Unterstützung und eine schnelle Umsetzung hoffen können. Wie das Ganze aussehen wird seht ihr anhand der ersten Demo von "Ai Vist Lo Lop " <= klick&see

      Das Präfix "[score]" markiert ab sofort die Threads in denen tatsächlich Notenblätter und midi-Demos zu finden sind. Alle Anderen dienen so lange zur einfachen Notendiskussion bis sie festgeschriebene Notenblätter enthalten und somit [score]-Status erreichen.

      viel Spass nebst Erfolg damit :)

      Thomas, AvB


      P.S.: Ihr könnt die Threads, die nicht als "[score]" getagged sind ausblenden in dem Ihr in der Threadansicht ganz nach Unten scrollt und im Filter als Präfix "[score]" auswählt. Anschließend auf den grünen Pfeilbutton und ihr seht nur noch die Score-Threads.
    • Traditionell/Gema

      hallo,
      eine verbesserung der lieder liste wäre in meinen augen wenn hinter den liedern stehen würd ob die lieder traditionell sind oder gemapflichtig.
      ich denke mal das das auch andere spieler/bands interessieren könnt ohne jedesmal nachforschen zu müssen, denn so einige lieder die auch im Codex Verus stehen sind nicht alle gema frei, bzw können durchaus beim veröffentlichen oder spielen vor puplikum mächtig ärger bringen.

      gruss spawn
      Spawn de Forsac´
      Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten!
    • Trad. oder GEMA?

      Dieser Thread ist zwar steinalt aber da möchte ich was beisteuern bezüglich der GEMA-Pflicht.

      Neuerdings habe ich eine Liste von allen Stücken erstellt welche ich auf Marktsack darbietungsreif beherrsche, das sind 22 Melodien. Davon sind 16
      als "Marktstandards" bekannt. Da ich damit rechne dass wieder ein örtlicher Verein mich als Solo-Dudler für irgendwelche Feste haben will, habe ich bei den 16 Marktstandards (alle im Codex Verus (abk. CV) enthalten) recherchiert ob diese nun tatsächlich GEMAfrei und trad. sind um den Veranstalter evtl. Probleme mit dieser Verwertungsgesellschaft zu vermeiden. Die Recherche ersteckte sich über Foren, Websites der bands die ihre GEMAfreien Stücke auflisten und natürlich die GEMA-Datenbank online. Am Ende haben sich nur 11 von 16 Marktstandards als eindeutig GEMAfrei erwiesen! Dabei gab es einige Entdeckungen die ich den Marktsackern vorenthalten kann.

      Ai VIs Lo Lop - immer wieder zu hören es sei ein altes okzitanisches Stück was GEMAfrei sein müsste. Die Version aus dem Codex Verus die wir von Märkten kennen ist aber tatsächlich bei der GEMA als ein Werk von In Extremo eingetragen, das angeblich traditionelle Original des Liedes habe ich nirgendwo gesehen oder gehört, alle Versionen sind mit der InEx-Vorlage mehr oder weniger identisch. Scheint also gar nicht "frei" zu sein. Vieles wurde z.B. auch über "Traubentritt" erzählt und am Ende stellt man fest es ist eine Komposition von Roman/Spilwut, die auch in der GEMA-Datenbank auftaucht.

      Bärentanz - stammt von Roman Streisand/Spilwut. Melange Bretonique, auch als "Bärentanz" bezeichnet ist hier nicht gemeint. Es wird gern verwiesen dass dieses Schnipsel aus Wolff Heckels Lautenbuch (1562 A.D.) stammt und "Ein guter Bairischer Bawrentanz" heißt, die Originaltabulatur ist nirgendwo im Netz zu sehen, folglich kann man diese Info nicht überprüfen. Außerdem erscheint "Bärentanz" bei der GEMA als ein Werk von Corvus Corax, welches klanglich mit der CV-Version identisch ist.

      Totus Floreo - jeder kennt es als eine Melodie aus Carmina Burana (CB), folglich muss sie ja frei sein, oder? Die Melodie, so wie auf Märkten gespielt, ist zum ersten Mal auf einer LP von Thomas Binkley Anfang 1970er zu hören. Es bestehen keine Parallelen zu Carl Orff. Persönlich hatte ich das Buch von René Clemencic in den Händen, mit Melodien (transkribiert aus Neumen) und Texte der CB. "Tempus est Iocundum" war dabei aber ohne Noten und ich glaube mich zu erinnern dass es gar keine Neumen zu dem Stück gibt. Deswegen bleibt anzunehmen dass "Totus Floreo" von Thomas Binkley komplett eigenständig komponiert wurde.

      Katjuscha - der russische Klassiker. Es wird weitläufig geglaubt es handele sich um ein altes Volkslied, tatsächlich wurde die Melodie von Matwei Blanter 1938 komponiert. Da dieser erst 1990 verstorben ist, kann von einem "freien" Stück nicht die Rede sein. Taucht sehr wohl in der GEMA-Datenbank auf mit Blanter als Komponisten.

      Merseburger Zaubersprüche
      - ein Stück komponiert von "Ougenweide", interpretiert von InEx und fleißig eingetragen in der GEMA.-Datenbank.

      Falls jemand es besser weiß als ich, kann er mich ruhig berichtigen. Falls es z.B. das berüchtige Original von "Ai Vis Lo Lop" irgendwo tatsächlich gibt und man könnte die GEMA umgehen indem man das trad. Original spielt. Ansonsten hat man schon einen komischen Beigeschmack wenn man erfährt dass solch bekannte Marktstandards nicht mal GEMAfrei sind...
    • Noch etwas...

      spielleut.de/musik.htm
      Viele meinen leichtfertig dass Musik des Mittelalters automatisch GEMAfrei ist, wenn man aber die ganzen verlinkten Noten sieht, muss man sich fragen wer diese transkribiert hat! Z.B. bei [url]http://spielleut.de/Noten/alentrada.pdf[/url] steht ganz unten unauffällig "1/2003 Nimmersêlich". Die Webseite verweist auch explizit darauf dass "Wir danken den Ensembles Nimmersêlich, Freiburger Spielleyt, Spellbound und Asfur für die freundliche Bereitstellung der Stücke im mp3-Format. Jegliche Vervielfältigung oderVerwendung der Arrangements durch andere ist durch die Künstler streng untersagt." Das ganze klingt für mich nicht so richtig nach GEMAfrei denn mittelalterliche Stücke sind fast ausschließlich moderne Transkriptionen und Interpretationen, also soweit ich weiß nicht mehr trad.
    • Zu Ai Vis

      Gregorius schrieb:

      das angeblich traditionelle Original des Liedes habe ich nirgendwo gesehen oder gehört

      Es mag an der Schreibweise liegen. Im Occitanischen hieße es wohl Aï vist lo lop. Im Französischen ist es als J'ai vu le loup bekannt. Die Marktversion kenne ich von der CD der Ungelichen "Auf unser Eygen Art", erschienen 1993, also zwei Jahre vor Gründung von In Extremo. Die "traditionellen" Version, die ich auf die Schnelle ergoogeln konnte, haben entfernte Ähnlichkeit mit der Marktversion.

      Über den Bärentanz habe ich gehört, dass das Thema seinen Ursprung in Flandern haben soll und sich schon früh im restlichen Europa verbreitet hätte. In Asturien soll es ab Mitte der 1980er Jahre populär geworden sein.

      Wenn noch jemand etwas ergänzen kann, wäre ich sehr gespannt.
      Die Sackpfeifenschule in Hamburg

      Tha mo bhàta-foluaimein loma-làn easgannan !
    • Zum angeblichen "Bärentanz von Roman Streisand" kann ich sagen, dass diese Melodie in der Tat der "Gute bairische Bawrentantz" aus dem Heckelschen Lautenbuch ist, ich habe davon eine Aufnahme aus den späten 70er Jahren vom Benkö-Consort, Budapest. Es ist rhythmisch vereinfacht worden, und aus den Bauern wurden Bären gemacht, die Grundmelodie ist eindeutig dieselbe.
      Der "andere" Bärentanz bzw. "Mélange Bretonique" (nicht nur unkorrektes Französisch, sondern hat auch nichts mit der Bretagne zu tun) ist ein Gemisch der Einzelteile zweier flämischer Tänze, "De Beredans" und "De Krebbel". Als ich 1980/81 in Holland und Belgien unterwegs war, habe ich diese Stücke dort gelernt (fast jeder Musiker kannte sie) und als Set zusammengesetzt. Als ich nach Deutschland zurückkam, fanden die Stücke großen Anklang bei anderen Musikern, und ich habe sie etlichen Leuten beigebracht. Es mag durchaus sein, dass ich derjenige war, der die Stücke als erster in Deutschland gespielt hat. Ich vermute, im Laufe der Jahre kam irgendjemand auf den Gedanken, aus zwei Stücken eines zu machen und die Sechzehntel im zweiten Teil des "Krebbel" durch Achtel zu ersetzen, zugunsten leichterer Spielbarkeit, wenn auch auf Kosten des Charakters und des Abwechslungsreichtums des Stückes.

      Im südfranzösischen Raum gibt es eine unübersehbare Vielzahl von Stücken mit Namen wie "Ai vis lo lop", Ay vist lo lup", "J'ai vu le loup" und so weiter, man müsste die mal alle durchsehen und schauen, ob der "Markt-Ai vis" dabei ist. Wundern würde es mich nicht.

      "A l'Entrada del Temps Clar" heißt auch "Ballade de la Reine d'Avril" und wurde unter diesem Namen von den "Musiciens de Provence" aufgenommen, ebenfalls späte 70er Jahre, lange vor Nimmerselich. Als Quelle wird angegeben "Troubadour, anonyme, XIIième siècle".

      Bearbeitungen traditioneller/alter Stücke können GEMA-pflichtig sein, die Grundmelodien sind es nicht.
    • Mirabilis bezeichnet das Stück Bärentanz als Gimpel Gampel. Laut Suche ist Gimpel Gampel ein Tanz. Stimmt das?
      Ich kenn leider kaum Versionen vom Bärentanz. Welcher Kathegorie (trad, oder vereinfacht gema.. usw) könnte diese Version angehören?
      mirabilis.ch/besucher/mp3/ukw/gimpel.ukw.mp3
      PDH - Preiset das Hümmelchen
      You know, Internet is a dangerous thing with all that sheet music out there...
    • Der erste Teil ist der erste Teil des "Beredans", der zweite Teil ist der erste Teil des "Krebbel". Dritter und vierter Teil sind mir nicht bekannt, klingen aber für mein Empfinden sehr Renaissance-mäßig.
      Den Begriff "Gimpel Gampel" habe ich noch nie gehört, ich bin aber auch kein Spezialist für Tänze.
      Ich werde eine Bekannte von mir fragen, sie ist Lehrerin für historische Tänze.